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Sonntag, 18. Oktober 2015

Buchmesse Tag 3:
Die Wölfin ruft

Schon Tradition zur Buchmesse hat die Einladung der Ylva-Verlag-Verlegerin, Astrid Ohletz an Freundinnen, Lektorinnen und Autorinnen des Verlags.

Eine Ylva-Leserin.


Ich bewundere sehr die Arbeit der engagierten Frauen in und um den Ylva-Verlag. Alle Beteiligten möchten sehen, dass eine Idee umgesetzt wird, nämlich mehr Wohlfühl-Literatur für Lesben. Der Verlag kann dabei einigen Erfolg vorweisen.


Bücher beispielhaft. Bisher sind 171 Bücher herausgebracht worden. Ylva verlegt Bücher in englischer und in deutscher Sprache.


Samstag, 17. Oktober 2015

Buchmesse Tag 2:
Frauen und Bücher
und BücherFrauen

Nachdem ich mich entschieden hatte, keinerlei Veranstaltungen mit Simultanübersetzung zu besuchen, hatte ich zum Donnerstag plötzlich nur noch zwei Veranstaltungen, die ich besuchen wollte. Wobei die zweite Veranstaltung getauscht wurde mit der Folgeveranstaltung der BücherFrauen.

Indonesische BücherFrauen im Gespräch

Wie fast überall auf der Welt wurde auch auch für die indonesische Buchbranche festgestellt: mehrheitlich arbeiten als "Editor" viele Frauen, aber im Management sind es wieder nur Männer.

Links: Laura Prinsloo, Verlegerin Kesaint Blanc Publishing; Mitte: Moderation: Ziphora Robina, Journalistin; Rechts: Kartini Nurdin, Geschäftsführerin Yayasan Pustaka Obor Indonesia
Das Einkommen in der Buchbranche sei niedrig, deshalb sei es nicht interessant für Frauen. Auf der anderen Seiten könnten deshalb Frauen länger im Unternehmen bleiben. Aber, wie gesagt, sie steigen nicht auf. Es gäbe viele Freundschaften am Arbeitsplatz, deshalb bleiben sie länger, weil sie bei der Arbeit mehr Spaß hätten. Durchschnittliche Verweildauer im Verlag 5 Jahre mindestens. Die Frauen teilen die Leidenschaft für das Thema und die Arbeit.

Frauen würden unterschätzt werden, weil sie Frauen seien. Die Einstellungsvoraussetzung sei Können nicht Herkunft oder Geschlecht beschreibt Laura Prinsloo das Einstellungsvorgehen.

Auf die Frage aus dem Publikum, ob Frauen einen Vorteil hätten, kam die Antwort von Kartini Nurdin: Sie seien besser im Überzeugen. Es ändere sich viel in Indonesien. Frauen hätten einen großen Anteil daran.

Bücherfrau des Jahres 2015: Frauke Ehlers

Laudatio gespickt mit allen Adjektiven,
die die BücherFrauen
über die Geehrte zu sagen wussten.
Die BücherFrauen feierten ihr 25-jähriges Bestehen. Zuvor zeichneten sie die Bücherfrau des Jahres aus. Ich war platt, was Frauke Ehlers so alles geleistet hatte. Denn ihre Laudatorin, Silke Weniger, erzählte deren ganzen beruflichen und Vereins-Lebenslauf auf.
Frauke Ehlers bedankt sich für die Ehrung.


Eigentlich familiär buchtechnisch vorbelastet, arbeitet Ehlers nicht in der Buchbranche. Dennoch ist sie fast von Beginn bei der Vereinsarbeit mit dabei.  

Weitere Infos:

 

25 Jahre BücherFrauen: Die Party

Wie sich die Frauen des Vereins verhielten, was sie zeigten und taten, führte bei mir dazu, das große Wort Affidamento zu twittern. So stelle ich mir Wertschätzung von Frauen vor. Ich nehme an, dass auch hinter den Kulissen hoffentlich heftigst und ertragreich gestritten wird, aber für mich sah es an diesem Donnerstag so aus, als hätten alle ein Ziel und darauf wird hingearbeitet. Und richtig: Ich kann im Web die Acht Leitsätze finden, auf die sich die BücherFrauen für ihre Arbeit geeinigt haben.

Zum 25. Geburtstag gab es Kuchen und es wurde mit Sekt angestoßen. Ich blieb für ein Glas. Vielen Dank für Einladung.

Weitere Infos:

Freitag, 16. Oktober 2015

Buchmesse Tag 1:
Sklavisches Tabu

Ich hatte mir meine Termine für die Frankfurter Buchmesse 2015 hoffnungsvoll zusammen gestellt. So sollte ich einen guten Plan haben, wie die Messe für mich ablaufen sollte. Dass es dann anders kam, begründet sich auch mit den Erlebnissen des ersten Tages.

Alleine noch auf die Veranstaltung wartend schrieb ich:
Open Stage ist etwas kalt. Ich hoffe, das Gespräch dauert nicht gar zu lang. Auf der Leinwand zeigen sie Vorschauen zu diversen Kinderfilmen. Es tönt laut aus den Lautsprechern. Ich warte auf Sklave des Geschlechts? Ich glaub, bei dem Wetter kommen nicht so viele hier nach draußen. Hab ich schon geschrieben, dass es regnet? Ich bin tough. Sitze hier. Es zieht.
Natürlich.
Es tropft.
Unaufhörlich.
Der Atem bildet Nebel. Außergewöhnlich.
Fein. Ich bin die einzige Hörerin. Und die Presse ist auch da.

Sklave des Geschlechts? Zwischen freiem Willen und genetischer Prägung

Letztendlich waren ein paar mehr Leute da, die sich für das Thema interessierten. Gutmütig geschätzt vielleicht 20 Personen.

Auf dem FR-Panel sollten eine Anthropologin, ein Hirnforscher und eine Transgender-Aktivistin mit Bascha Mika diskutieren. Der Hirnforscher entpuppte sich als Evolutionsbiologe Thomas Junker und die Transgender-Aktivistin war der Travestie-Künstler Jutta P alias Jürgen Peusch („Gerdas Kleine Weltbühne“), die Anthropologin blieb Anthropologin, Ingelore Ebberfeld.  

v.l.n.r.: Bascha Mika, Thomas Junker, Ingelore Ebberfeld und Jutta P alias Jürgen Peusch

Ich höre etwas von Sonderbegabungen der Geschlechter und fremschäme mich unentwegt. (Die wollen akademisch gebildete Leute sein?) Es werden Klischees bedient - hier mal nur dieses eine: Frauen seien für Sprache talentierter und Mathe sei für Männer einfacher. Der Gesellschaftseinfluss wird in der Diskussion immer wieder zurückgedrängt. (Was habe ich mir bei diesem Thema nur gedacht?)

Dann überraschte mich die Anthropologin mit folgendem Statement: wenn schon ein schlechter Mann auf dem Posten säße, so könne das bei einer 50:50-Verteilung auch gern eine schlechte Frau sein. Ich lasse diese Veranstaltung jetzt mal so positiv beendet beschrieben.

Andere und weitere Infos zum Panel finden sich auf fr-online.de: Sexualität lässt sich nicht umstellen


T(r)opical Issues: Women and Taboo

Für diese Veranstaltung durfte ich das Forum mit dem Indonesien-Pavillon aufsuchen. Der Ort war beeindruckend. Für die Veranstaltung selbst wurde ein Kopfhörer für die Simultanübersetzung benötigt. Meiner war leider an einer Seite kaputt, so dass mir die Hörer immer wieder von den Ohren rutschte.

v.l.n.r.: Intan Paramaditha, Oka Rusmini und Moderatorin
 Intan Paramaditha, Autorin von Spinner of Darkness & Other Tales und Oka Rusmini, Autorin von Erdentanz berichten über ihr Schreiben in der indonesischen Gesellschaft.

Das Label „Schriftstellerin“ schränke ein. "Frau" würde mit "Sex" gleichgesetzt. Diese Vorstellung, sie könne nur über Sex schreiben, verhindere, dass unterschiedliche Blickwinkel eingenommen würden. Sie schrieben auch über Genderfragen und Sexualität, Sexualität und Religion.

Am Ende fragt die Moderatorin, ob die beiden Autorinnen auch Diskriminierung, Anfeindungen, Anmache erfahren hätten. Ich hab nicht alles verstanden, aber so im großen und ganzen verneinten sie es. Außer, naja, diese Gleichsetzung von Frau mit Sex. Dann fragt die Moderatorin ins Publikum, ob es noch Fragen gäbe. Woraufhin ein Typ sich meldet. Ein älterer Typ. Spricht indonesisch. Er fängt an kundzutun, dass ja noch im 19. Jahrhundert die Frauen auf Bali barbusig unterwegs gewesen seien. Wie sie sich fühlen würden, wenn sie das heute noch müssten. Oka Rusmini antwortete lange. Leider gab es bei der Simultanübersetzung Probleme, so dass ich nicht genau mitbekam, was sie sagte.

Dann fragte die Moderatorin wieder: Noch Fragen? Dem Typ muss die Antwort nicht wirklich gefallen haben oder er wollte die Frauen noch mehr beschämen und fing wieder das Thema mit der Barbusigkeit an. Diesmal mit neuer Einleitung, heißt anderes Jahrhundert. An den Reaktionen der Autorinnen war abzulesen, dass ihnen das gar nicht gefiel. Aber dann kam von der Erdentanz-Autorin eine geniale Reaktion: Sie werde diese Frage nicht beantworten.

Es war grandios. Genial. Ich würd gern wissen, was durch ihren Kopf gegangen ist, als die Frage schon wieder gestellt wurde. Schließlich hatte sie vorher schon lange und breit geantwortet ohne auf den sexuellen Aspekt oder die Erniedrigung, was der Typ wohl erwartete, einzugehen. In ihrer Antwort ging es um Freiheit. Politik. Selbstbestimmung. Aber nicht um Sex.

Resümee vom Mittwoch, dem ersten Buchmesse-Tag

Draußen geht bei diesem Wetter gar nicht.
Und Kopfhörer mit Simultanübersetzung ist schwer gewöhnungsbedürftig.
Ich habe alle Veranstaltungen, die andeuteten, dass Simultanübersetzung gemacht werden müsste, von meiner Veranstaltungsliste gestrichen.

Freitag, 1. Mai 2015

Erinnerungen an eine Lesbenaktivistin

Hanneliese ist jetzt fast schon 10 Jahre tot. Ich weiß nicht, wann sie genau verstorben ist. Ich weiß nicht, wann sie geboren wurde.
Geschichte kann nur von unseren tradierten Erinnerungen leben. Deshalb hier meine Erinnerung an diese engagierte Frau aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Ich lernte Hanneliese 1987 aus den Augenwinkeln kennen. Ich hörte davon, dass sie die Frau war, die die Lesben-Ralley in der Dreieich-Region organisierte. Sie war auch Vermieterin eines Hauses:
Sie bemalten Geldscheine mit der doppelseitigen Axt. Einige sprachen von Kursen, die sie besucht hatten. Eine redete von Wohnungsvermietungen. Erst kam ein Mann. Schaute sich die Wohnung an, war mit allem einverstanden und stellte schüchtern die Frage: "Darf ich mit meinem Freund hier einziehen?" Kurz darauf kam eine Frau für eine andere Wohnung mit einer ähnlichen Frage. Und die alles erzählte, meinte: "Na, dann immer rein in die gute Stube."-"Wenn die wüßten, was die für eine Vermieterin kriegen!" sagte eine andere.
Quelle: Tagebucheintrag vom 25. Juli 1987 zum Besuch der Schönen Müllerin in Frankfurt am Main am 24.07.1987
Später traf ich sie wieder in der Mittwochsrunde, einem Lesbengesprächskreis in der Frankfurter Frauenschule. Ich war mit dabei, als wir, ca. 10 Frauen, uns am 30.04. und 29.05.1989 bei ihr Zuhause trafen, um über die Möglichkeit eines festen Lesbenortes und einen Frankfurter Lesben-Verein zu diskutieren. Im Mai 1989 rief sie mich an, ob ich mit ihr mit nach Bonn fahren wolle, um bei der BAG Lesbenpolitik der Grünen mitzumachen. Bei der BAG trafen sich viele Lesben, die in der Szene Rang und Namen hatten: Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, politisch Aktive.
Im November 1989 wurde der Verein LLL e.V. gegründet.
Das Lesbisch-Schwule Kulturhaus in Frankfurt lag Hanneliese sehr am Herzen. Um politischen Druck zu machen, wurden immer wieder Aktionen gemacht. So auch am 07.10.1990 als die Vereine LLL e.V. und Emanzipation e.V. eine Soiree unter dem Titel "Den Warmen, Schönen, vom anderen Ufer" vor dem geplanten, zukünftigen LSKH veranstalteten.
Den Warmen, Schönen, vom anderen Ufer (Diashow, Dauer 3:06)
Album auf Flickr

Als der Ort für uns geschaffen war - das Kulturhaus konnte bezogen werden-, nutzte sie ihre Vernetzung, um z.B. mit Rednerinnen von der BAG Lesbenpolitik zu Veranstaltungen wie am 27.09.1991 "Ehe auch für Lesben? Rechte für lesbische Lebensgemeinschaften heute und morgen" einzuladen.
Da ich damals im Verein LLL e.V. ehrenamtlich mitarbeitete, kreuzten sich unsere Wege immer mal wieder.
Mein Lebensweg führte weg von LLL e.V.. Irgendwann verlor ich sie aus den Augen.
Aber sie gehört für mich immer zu den Frauen, die ich als Aktivistin für erinnerungswert erachte.

Freitag, 17. April 2015

Vom speziellen Schreiben oder Die Schere im Kopf

Ich kann gar nicht genau beschreiben, welche Wohltat es war, für meine Prüfung in Soziologie über Unterschiede zu lernen. Dazu nutzte ich Texte von Lesben und auch von schwarzen Frauen.

Mir hat diese beginnende Tendenz im Feminismus für "alle Frauen" sprechen zu wollen Mitte der 90er, so überhaupt nicht gefallen: kann nicht für Mütter sprechen, denn ich bin keine Mutter. Will nicht über Vereinbarkeit von Familie und Karriere nachdenken, weil auch Familie und Karriere nicht mein Thema sind.

Und das zeigten die Texte der schwarzen Frauen. Die zeigten sich nicht verschnupft über die feministischen Texten. Sie sagten nur: es ist nicht alles so, wie ihr Weißen es sehen wollt.
Und sie sagten nicht, WIE neue Texte zu schreiben seien. Alles, was sie wollten, war, dass die Schreiberin erzählt woher sie kommt. Den Aspekt des Klassismus lernte ich da noch zusätzlich zu begreifen.

Mein Lebensgefühl damals wurde unterstützt dadurch, dass ich in der Auseinandersetzung mit anderen Feministinnen ich mich wohlfühlte, weil ich ich bleiben konnte, genau so wie andere sie sie sein konnten und davon berichteten.

Jahre später, als ich aus der Uni raus war, stellte ich fest, dass das feministische Pendel in die oben genannte "neue" Richtung vehement ausschlug, die ich sehr sehr anstrengend fand: plötzlich sollte für alle mitgesprochen werden. Heißt, jeder Aspekt im Schreiben mitbedacht werden. Aber ich kann nicht für alle alles mitbedenken. Die Schere in meinem Kopf wuchs. Schließlich kann ich mit meiner Ansicht "falsch" liegen.

Der Traum einer gemeinsamen Sprache ist für mich nur ein schöner Traum. Unterschiede achten und respektieren hilft mir im Verstehen - auch wenn wir nicht eine "gemeinsame" Sprache sprechen. Zu wissen, woher die Schreibende kommt, von welcher Position aus sie schreibt, erklärt mir mehr, als dass sie versucht mit Mühen "meine" Position mitzubedenken.

Mittwoch, 18. März 2015

Die Autorin Malinda Lo ist eine, meine Entdeckung in diesem Jahr

Auf der Suche nach einem lesbischen Harry Potter oder Herr der Ringe oder Percy Jackson fand ich mystische Abenteuer mit starken Protagonistinnen. Ich hatte nicht den Anspruch, dass es die Hauptdarstellerinnen in den Geschichten sind - eine lesbische Hermine hätte mir gereicht - aber mit den Geschichten von Malinda Lo wurde mein erster Hunger nach fantastischen Abenteuer mit einer Spur Lesbenthematik gut gestillt.

Ich habe zwei Bücher bisher von Lo gelesen:
Ash, welches hauchzarte Themenberührungspunkte mit dem Märchen Aschenputtel hat und Huntress, welches in derselben Umgebung wie Ash, aber ein paar Jahrhunderte davor spielt. Beide Bücher bauen nicht aufeinander auf und können sehr gut unabhängig voneinander gelesen werden. Empfehlen würde ich, Ash vor Huntress zu lesen, weil Ash eher mystisches Märchen und Huntress eher ein detailreicher Abenteuerroman ist.

Ash

Ash ist 12 als ihre Mutter verstirbt. Die Beerdigung wird auf eine bestimmte Art und Weise gestaltet, damit die Seele der Mutter nicht von den Feenleuten geholt wird. Eine gute Hexe unterstützt die Beerdigungszeremonie. Ash fühlt sich heimatlos. Sie hat Heimweh nach ihrer Mutter und deren Geschichten. Ihre Mutter war wie die gute Hexe eine Anhängerin der alten Magie. Ashs Vater ist nicht überzeugt von den alten Weisen.

Nachdem der Vater von einer längeren Reise zurückkommt, verkündet er, dass er wieder heiraten wird. Lady Isobel und ihre Töchter ziehen zu Ash und ihrem Vater nach Roak Hill. Solange der Vater lebt, ist alles gut. Als er an einer Krankheit verstirbt, stellt sich heraus, dass er arm ist, resp. Schulden hat. Lady Isobel zieht deshalb zurück ins eigene Heim in der Großstadt. Ash als Tochter ihre Mannes wird mitgenommen. Isobel eröffnet ihr, dass Ash die Schulden des Vaters abbezahlen muss.

Ashs Heimatlosigkeitsgefühl nimmt zu. Sie liest die alten Märchen und geht verwunschene Pfade, auf denen sie eines Tages einen Feenmann kennenlernt. In ihrer Todessehnsucht freundet sie sich mit diesem an und geht auf einen Handel ein, bei dem er drei Wünsche für sie erfüllt und sie einen Preis dafür bezahlen muss.
Diese Wünsche helfen ihr, an Jagdgesellschaften und Bällen teilzunehmen, um Zeit mit der Jägerin des Königs zu verbringen.

Huntress

Bitte den Roman in deutsch rausbringen. Bitte den Roman in deutsch rausbringen. Bitte den Roman in deutsch rausbringen.
"Making a decision isn't about knowing every potential consequence. It's about knowing what you want and choosing a path that takes you in that direction." Fin, 'the Acadamy's groundkeeper, die Kaede das Messerwerfen beibringt, Huntress, S. 28
Kaede und Taisin sind 17 Jahre alt und leben in der Academy.
Kaede ist die Tochter eines Adeligen. Sie ist mäßig befähigt, was das Sage-Mysterium angeht und weiß nicht, wohin sie will. Aber sie weiß, was sie nicht will.
Taisin ist die Tochter einer Bauernfamilie - talentiert und begabt für die Ausbildung in der Academy. Sie weiß genau, was sie will. Sie sieht schon ihren fertigen Weg in der Academy als Sage.
Sage sind Angehörige der Academy und leben im Zölibat. Sie enthalten sich jeder Liebesbeziehung. Diese Sage hüten das Wissen um Mysterien und Heilung. Sie haben Visionen der Zukunft. Kaede und Taisin sind noch in der Ausbildung und ohne Schwur zum Zölibat.

Im Königreich herrscht schon sehr lange eine Schlechtwetterfront, die schlechte Ernte hervorbringt. Das Volk leidet Hunger. Taisin hat eine Vision, die zeigt, dass Kaede wichtig ist, um das Königreich zu retten und sie beide dazu unterwegs sein müssen. Und als die Feenkönigin den König zu sich einlädt, ziehen der Sohn des Königs, Taisin, Kaede und drei LeibwächterInnen los.
Kaede trainiert auf der Expedition das Messerwerfen mit einem Eisenmesser und sie lernt Bogenschießen. Das Eisenmesser mit einer besonderen Fähigkeit den Feenwesen gegenüber hat sie von Fin geschenkt bekommen.
Taisin muss ihre Kenntnisse als Heilerin und Magierin bei einem Feen-Wechselbalg und bei verwundeten Reisebegleitern einsetzen.

Resümee

Das schlechte Wetter ist in Huntress zu spüren: Die Kälte, das Unangenehme. Kleidung, die nicht richtig trocken werden kann. Haut, die nicht mehr gebräunt wird.
Ungewohnt und spannend fühlte sich die Jagdbeschreibung und die Beseitigung diverser böser Geister an. Die Charakterzeichnungen sind tiefsinnig schön. Die Reife und Zuneigung der beiden 17jährigen Mädchen ist fühlbar, vor allem in der großen Entscheidung, die sie am Ende des Buches treffen.

In Ash sind Märchen-Elemente vorhanden, diese werden aber neu und mit einer schönen Art von Realismus genutzt. Ich mag die Art und Weise, wie der Vater durch die Brille seiner Witwe dargestellt wird. Ash trauert nicht um ihn, sondern betrauert ihre Heimatlosigkeit durch den frühen Tod ihrer Mutter. Sie wird erwachsen in der Geschichte, arrangiert sich mit ihrem Schicksal und trifft Entscheidungen. Am Ende findet sie - und da es ein Märchen ist, ist dieser Hinweis kein Spoiler - ihr Zuhause. Beide Bücher sind absolut wieder lesenswert.

Danke für diesen Buchtipp @Schatzi1. :wave:

Ash
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: PAN (2. November 2010)
Sprache: Deutsch        









Huntress Gebundene Ausgabe: 384 Seiten Verlag: Little, Brown Books for Young Readers; Auflage: 1 (5. April 2011) Sprache: Englisch  












Malinda Lo ist eine US-amerikanische Schriftstellerin mit chinesischen Wurzeln. Sie schreibt Abenteuer- und Fantasygeschichten mit Mädchen/ Frauen in den Hauptrollen. Bisher erschienen sind Ash, Huntress, Adaption und Inheritance. Lo forscht auch über Vielfalt in der Jugendliteratur und im Verlagswesen.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Jahresrückblick via Twitter: Oktober 2014

Biografie von Tove Jansson durchgeblättert. Tolle Künstlerin.
07:32 - 2. Okt. 2014

Ständig in Apps angemeldet zu sein, ist auch nicht das Wahre. Jedoch Abmelden wird dir nicht leicht gemacht. #Learnings_der_letzten_Tage
09:39 - 4. Okt. 2014

Hab grad mal ausgerechnet: Seit meinem Start mit Sport 2009 bis heute habe ich ca. 4 kg ZUgenommen.
09:46 - 5. Okt. 2014

Passe durch keine Tür mehr. Muss wegen der Muskeln quer durchgehen. ;-)
09:48 - 5. Okt. 2014

Könnte sein, dass ein bisschen auch was von den Wechseljahren kommt. Könnte sein.
09:50 - 5. Okt. 2014

Mein linkes Ohr ist "zugefallen". Fühlt sich an, wie Wasser im Ohr und das Ohr hört dumpf.
11:35 - 5. Okt. 2014

Übrigens Sigourney Weaver wird heute 65. Vielen Dank für Ellen Louise Ripley, Dana Barrett, Gwen DeMarco und viele andere starke Charaktere.
08:58 - 8. Okt. 2014

Sag nichts!
Die Buchmesse ist...
Sag es nicht! ...
so anders.
#fbm14
14:48 - 9. Okt. 2014

Gestern Verlegerin,Lektorinnen, Autorinnen und Reviewerinnen des @YlvaVerlag kennengelernt. Ließ mich stark beindruckt kaum schlafen. #fbm14
10:02 - 10. Okt. 2014

Frage an alle, die heute schon auf #fbm14 sind: Ist heute auch so warm geheizt wie gestern? Frage wegen Kleidungsentscheidung.
11:00 - 10. Okt. 2014

Heut schon 2mal auf der #fbm14 . Und jetzt wieder unterwegs.
15:19 - 11. Okt. 2014

Vom Läppie hat die Festplatte den Geist aufgegeben. Wie schön! Ich hab keine Datensicherung gemacht. Daten-GAU. Naja.
07:50 - 20. Okt. 2014

Keine Ahnung, warum ich so ruhig bin, was den kranken Läppie angeht. Ist jetzt bei PC-Doc. Entweder er schaffts oder nicht. So wird das.
16:18 - 22. Okt. 2014

Allianz macht Altersvorsorge-Werbung mit Steffi Jones?
06:29 - 28. Okt. 2014

Sara lässt sich am Anfang von Nyssa küssen, um am Schluss in den Armen von Oliver zu landen? Und das ist die gefeierte Diversity in #Arrow?
06:48 - 28. Okt. 2014

<- backt Kürbismuffins.
16:15 - 29. Okt. 2014

Für Apps ist mein Leben ein offenes Buch.
07:32 - 31. Okt. 2014

Selbst die "Taschenlampe" darf meine Kontakte lesen. Die scheinen ihre Apps-Codes ständig voneinander kopiert zu haben... :-o
07:38 - 31. Okt. 2014

Montag, 29. Dezember 2014

Jahresrückblick via Twitter: September 2014

Das Milliardengeschäft mit neuen MS-Medikamenten - WDR Fernsehen http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/aktuellesvideo-tecfidera100.html …
15:02 - 2. Sep. 2014

The Worst Cases of Lesbian Censorship in Pop Culture History - http://AfterEllen.com http://logo.to/1uhFDwJ via @afterellen
14:58 - 3. Sep. 2014

Frankfurter Buchmesse #fbm14 :-) Countdown: noch einen Monat warten.
*hüpf**hüpf**hüpf*
07:36 - 9. Sep. 2014

Also Tweets lesen mit Streichelhandie macht nicht wirklich Spass. Jeder 3. Tweet gesponserte WERBUNG! Ich beneide euch NICHT. :-$
18:56 - 16. Sep. 2014

BLOCKEN ist das neue Wehren. B-)
19:04 - 16. Sep. 2014

Mal sehen. In den nächsten zwei Monaten will ich es schaffen, einen VHS-Video-Player an den PC zu bekommen.
06:50 - 18. Sep. 2014

Dies, um meine über die Jahre gesammelten Film-Schätzchen zu digitalisieren. Die meisten Filme gibt es nämlich nicht auf DVD. *soifz*
06:52 - 18. Sep. 2014

Oh? Sie sind mit dem Auszählen schon fertig? "Scotland has voted No to independence" http://www.bbc.com/news/live/uk-scotland-29130277 …
07:44 - 19. Sep. 2014

Heute werden Griffe an die Türen gemacht.
10:10 - 20. Sep. 2014

Sport, Wäsche zusammengelegt, gewaschen und aufgehängt, Haare gefärbt, Paket weggebracht, Bank... Und was habt ihr bis 10 Uhr so gemacht?
10:02 - 24. Sep. 2014

90 year-old adorable lesbian couple talk marriage after 72-year relationship | @GLAAD http://www.glaad.org/blog/90-year-old-adorable-lesbian-couple-talk-marriage-after-72-year-relationship …
14:50 - 24. Sep. 2014

So schön: "We've always been maried in our hearts."
14:54 - 24. Sep. 2014

Ich hab grad ne riesige Spinne rausgetragen.
RIESIG.
Ich Heldin, ich.
06:17 - 25. Sep. 2014

Meine Frau fragt sich, woher diese immer kommen.
06:17 - 25. Sep. 2014

Leistet immer noch guten Einsatz, das Spinnen-Rett-Brett http://nur-ein.blog.de/2007/09/24/das_spinnen_rett_brett~3030608/ …
07:06 - 25. Sep. 2014

Im Leben eine Rolle spielen.
Im Leben eine Rolle spielen?
Rollen spielen gleich
Ich-selbst sein?
Hm.
11:58 - 25. Sep. 2014

"Can I ask a question, too?" she replied, flanked by her male counterparts. "Aren't you interested in the hair styles of my colleagues?"
07:51 - 26. Sep. 2014

Der Pfarrer hat das gut gemacht.
Die Bräute hatten zuvor gut geplant.
Am Samstag war ich auf einer genialen lesbischen Hochzeit.
06:53 - 29. Sep. 2014

Herbst ist eine schöne Zeit.
Vor 32 Jahren hatte ich darin mein Coming Out.
Dramatisch.
Ohne Happy End.
Ich mag die Erinnerung.
Trotzdem.
07:09 - 29. Sep. 2014

Ist das die viel beschworene Altersruhe? Oder bin das nur ich?
07:10 - 29. Sep. 2014

Sonntag, 2. November 2014

Meine Tweets zur Buchmesse am 11. Oktober 2014 II











Samstag, 1. November 2014

Meine Tweets zur Buchmesse am 11. Oktober 2014 I






Sonntag, 26. Oktober 2014

Meine Tweets zur Buchmesse am 10. Oktober 2014








Sonntag, 19. Oktober 2014

Meine Tweets zur Buchmesse vom 9. Oktober 2014









Freitag, 17. Oktober 2014

Buchmesse Karola Bloch


Meine Notizen:


Karola Bloch Vortrag von Welf Schröter

 

Geboren am „blutigen Sonntag“ 22.01.1905

Rote Karola

Mit 12 Jahren stand sie auf dem roten Platz in Russland

Russische Revolution

 

Berlin Architektur

Kein Abitur Bauhaus kein Abschluss

Ende 20er Abitur in Wien

 

Architektin

Als Studentin politisiert worden

Ernst Bloch (geb. 1895) 20 Jahre älter als Karola – Ernst hatte mehrere Beziehungen gleichzeitig

Karola pragmatisch

Architektur des Lebens

Als Studentin in die KPD eingetreten. Hat sich gleich mit diesen zerstritten wg. Organisation

30er Jahre Exil in die USA

 

illegal tätig, obwohl sie Jüdin war im polnischen Widerstand reiste als „Olga“

eines Morgens die Koffer gepackt.

Ernst Bloch konnte kein Englisch

Karola sprach 6 oder 7 Sprachen: polnisch, russisch, hebräisch, deutsch, englisch

Karola war berufstätig

Nach II. Weltkrieg

Ernst Bloch Ruf an die Leipziger Uni, DDR, das erste Mal berufstätig

1959

Er hatte immer Beziehung zu vermögenden Frauen

 

Karola nach 2 Jahren Konflikt mit DDR-Organisation, Stalin wollte kein Bauhaus

Künstlerische Ebene wegen Architektur, gerade Linien etc.

K. nannte den Klassizismus nach Stalin Zuckerbäckerarchitektur

Durfte nicht arbeiten

1953 Arbeiteraufstand, 1956 polnischer Aufstand

1956 SED polnische Chauvinistin

profitierte von E. Blochs Berühmtheit/Bekanntheit, weil SED keinen Skandal wollte, Presse etc.

 

1961 sind beide zufällig in Süddeutschland

Mauerbau, telefonierte mit Sohn, der sich in London befand

Manuskripte von Bloch, Hanauer Verleger

Bloch – ich kehre nicht zurück in die DDR

Wechselten nach Tübingen – Erblindungsprozess des Mannes – Pfeife

Karola rauchte Zigaretten

Beruflicher Bruch war nach außen nicht mehr als Architektin tätig

Professoren gruppierten sich um Ernst Bloch, nahmen Karola als Frau von ... wahr.

1968 APO hat sich mit Rudi Dutschke angefreundet, dieser hatte zuvor Vorurteil Blochs seien Stalinisten

Religiöse Tagung – befreundet Tübinger Zeit

Frauenhaus/ Frauenbewegung

Hilfe zur Selbsthilfe Verein

Ernesto Cardenal besucht

Tübinger waren irritiert

Friedensbewegung, Sitzblockade sei Nötigung, Vorladung von der Staatsanwaltschaft.

Sie schrieb Postkarte: „Sie sei zu alt!“

Hielt Rede zur Friedensbewegung

Eltern 30er Jahre nicht überzeugen können, Polen zu verlassen, Jodokowska

Wutsch – Ghettho,Litsamstakt?? Dann im Warschauer Ghetto

In Treblinka ermordet

Versuchte Familie freizukaufen aus Amerika, Nazis waren scharf auf Devisen, hat nicht funktioniert

Trauma, dass sie ihre Familie nicht retten konnte, wurde im Alter immer schlimmer

Hat sich immer gegen Antisemitismus ausgesprochen. War sehr feinhörig, wenn Kritik an Erich Bloch geübt wurde. Betraf diese seine Philosophier oder waren sie antisemitisch? E. Bloch war auch Jude.

Erhielten Briefe von Nazis bis in die 70er Jahre

Autobiographie 1995, die bis 1961 ging

Außer Rudi Dutschke gab es auch ihrer Perspektive sei nichts Wesentliches passiert.

Hat sich für Angela Davis eingesetzt

Kindertagesstätte geplant, Leipzig

Briefe aus dem Warschauer Ghetto, die dreifache Zensur durchliefen, mussten in deutsch geschrieben werden – wegen der Nazis, und dann noch durch britische und amerikanische Zensur, bevor sie bei ihr ankamen

Bruder Frau Angula Tagericht gab Tanzunterricht für Kinder im Warschauer Ghetto

Wilde Rebellin, selbstbewusste Frau, selbständige Frau.

Mit Friedel Dikka Architekturbüro in Prag

Friedel wurde in KZ Theresienstadt ermordet – Kinderzeichungen

 

Widerständigkeit

1984 sollte neuer Bundespräsident gewählt werden (Weiszäcker)

hat symbolische Kanditatur abgelehnt, deutsche Gesellschaft sei für Polin und Jüdin nicht bereit

Luise Rinser nahm die Rolle ein

 

Ernst Bloch wird in Suhrkamp Verlag veröffentlicht.

 

K. B. Aus meinem Leben

K. B. Architektin. Sozialistin. Freundin

K.B. Die Sehnsucht des Menschen, ein wirklicher Mensch zu sein. Reden und Schrift, Bd. 1 und 2

 

Sohn nach dem Tod der Mutter, Traumaübertragung, kamen die Träume über Shoa und jüdisches Ghetto

 

Welf Schrötter

Erich Bloch schrieb einmal Lob zu Stalin, erhielt dadurch Streit mit Karola

Er hatte für Tagespolitik kein Verständnis, sie war wie Mutter Courage. Sie hat dafür gesorgt, dass die Familie überlebt hat.

 

Verlag 26. Jahr an der Buchmesse

 

E. Bloch , Religionskritik Christentum

Sie: einen Dikator kann nicht mit friedlichen Mitteln bekämpft werden

Cardinal: Theologie der Befreiung,

bei der Lesung über üder Biographie viele Frauen zwischen 40 und 50 Jhare alt

ihre Geschichte sei Ermutigung

USA Chaplin getroffen, gesprächige Frau, kommunikativ

Sie konnte kein Spanisch, Nicaragua

Solidarnosc Anhänger in Tübingen: Meine Polen sind so rebellisch , aber leider so katholisch.

 

Olbricht

Prager Frühling,

gegen kommunistisches System gewehrt, das amerikanische System hatte ihr aber auch nicht gepasst.

 

Sonntag, 12. Oktober 2014

Buchmesse: Nachgedanken

Frankfurter Buchmesse: Erneutes Besucherminus | Buchmesse - Hintergrund - Frankfurter Rundschau http://www.fr-online.de/hintergrund/frankfurter-buchmesse-erneutes-besucherminus,24549698,28714446.html … via @FRonline
19:39 - 12. Okt. 2014

Naja... Die Buchmesse hat an manchen Stellen wirklich nichts mehr mit Buch zu tun. Und für die Aussteller werden die Mieten unbezahlbar.
19:40 - 12. Okt. 2014

Zum Beispiel: Das Comiczentrum mit schönen bunten Veranstaltungen gab es nicht in dieser #fbm14
19:41 - 12. Okt. 2014

Es präsentieren sich - immer größer - die GROSSEN Verlage. (... und Handytechnikanbieter) *duckundwech*
19:42 - 12. Okt. 2014

Im Prinzip weiß ich nicht, warum es weniger #fbm14-Publikum wird. Auf der anderen Seite: es können auch nicht immer mehr werden. Wird enger.
19:44 - 12. Okt. 2014

Ach egal.
19:45 - 12. Okt. 2014

Mittwoch, 6. August 2014

Lesbisch für Anfängerinnen


Der Buchtitel hat es in sich. Als ich erzählte, was ich gerade lese, wurde ich gerne gefragt, ob es sich bei den Büchern um Selbsthilfebücher handeln würde. 

Nein, keine Selbsthilfebücher. 
Es sind Romane. 
Aber sie zeigen einen schönen Einblick in die Lesbenszene. Für Frau, die diese noch nicht kennt und noch etwas Berührungsängste hat, eine gute Art und Weise sich der Szene zu nähern.

"Lesbisch für Anfängerinnen" ist eine schöne Soap Opera aus der Lesbenszene in Buchform. Zur Buchreihe "Lesbisch für Anfängerinnen" ist unterdessen der dritte Teil "Damenwahl" herausgekommen.

* * *

Lesbisch für Anfängerinnen: Willkommen in der WG!

Ich habe den ersten Teil von Lesbisch für Anfängerinnen gelesen. Kann jetzt Hörbuch und Buch vergleichen. Beide sind okay.

Tina, eine Hetera, will sich Hals über Kopf von ihrem Freund trennen. Was heißt, sie will so schnell wie möglich aus der gemeinsamen Wohnung raus. Durch Zufall und ein Missverständnis - sie hielt das verschlungen dargestellte Frauenzeichen für ein Viele-Frauen-Zeichen - landet sie in einer Lesben-WG. Nach anfänglichen Vorbehalten auf beiden Seiten wächst sie in die WG und auch in die Lesben-Szene hinein. Dabei macht sie sich Gedanken, ob sie eventuell auch lesbisch sein könnte, weil sie immer mal wieder an diese Astrid denken muss.

Die Geschichte ist für mich keine Haute Cuisine, aber sie ist ein leckerer Eintopf: Einfach und alles ist drin.
Beim Lesen hatte ich immer Bilder von meinen Erlebnissen aus Frankfurt vor Augen. Okay, ein Lesbenkulturhaus haben wir nicht. Dafür ein Lesbischschwules Kulturhaus. Aber sonst kam mir alles so vertraut vor. Die Arbeit in Lesbenprojekten, in Lesbengruppen. Das Zusammentreffen der Lesben.

Was ich jedoch beim Lesen verrückt fand war, dass die Darstellung des Prickelns zwischen Tina und Astrid sehr bemüht herüber kam. Ich las mehr Erotik bei den Situationen mit Vera, eine Frau, die Tina auf ungewöhnliche Weise kennenlernte oder mit Susanne, eine Mitbewohnerin der WG. Gewollt ist halt nicht alles. Und vielleicht waren Tinas Gedanken zum Lesbischsein und ob sie nun Gefühle für Astrid haben könnte, nicht sehr hilfreich für die Leserin sich ins Geschehen einzulassen. Bei den anderen Frauen beschrieb die Autorin nur das Geschehen und kein weiter gehendes Nachgrübeln und das Vertrauen der Frauen untereinander war rauszulesen.

Mal sehen wie es sich weiter entwickelt. Hab ja noch Teil 2 als Hörbuch und Teil 3 als Buch vor mir.

Lesbisch für Anfängerinnen: Willkommen in der WG!
Celia Martin
Broschiert: 216 Seiten
Verlag: Butze Verlag;
Auflage: 3 (August 2010)
Sprache: Deutsch
* * *

Lesbisch für Anfängerinnen 2. Cappuccino-Küsse

Der zweite Teil lag mir nur als Hörbuch vor.
Tina macht gemeinsam mit Henriette von Lojewski, Inhaberin eines Cateringservice und Herausgeberin eines Luxusgourmentjournals eine Geschäftsreise nach Italien, um die Geheimnisse der italienischen Küche für einen Artikel zu recherchieren. Tina schnuppert noch neben ihrem eigentlichen Job in der Versicherung in diese neue kulinarische Branche. Es läuft alles gut beruflich. Privat hingegen gibt es Durcheinander: die Eltern trennen sich, die Mutter zieht bei ihr ein und lernt dadurch einen netten Nachbarn von Tina kennen, dessen Tochter nun auch noch lesbisch ist. Aber Tina hat ihr Coming Out vor ihrer Mutter noch vor sich und eine Freundin, die sie nun nicht nach Hause einladen kann. Dadurch fährt die Beziehung mit Astrid Achterbahn, da Astrids Ex sich nicht als Ex begreift. Auch gibt es Geheimnisse, die Astrid vor Tina verbirgt.

Es gibt also sehr viele Geheimnisse.
Noch mehr Annahmen.
Und die Frauen reden nicht miteinander.
Beim Anhören hoffte ich unentwegt, dass sich Tina und Astrid trennen. Wieder war mehr Erotik und Nähe zwischen Tina und diversen anderen weiblichen Charakteren zu spüren als bei diesen beiden.
Naja.

Hörbeispiel:


Lesbisch für Anfängerinnen 2. Cappuccino-Küssevon Celia Martin (Autorin), Christiane Marx (Erzählerin)
Spieldauer: 6 Stunden und 5 Minuten
Format: Hörbuch
Verlag: Butze Verlag

* * *

Lesbisch für Anfängerinnen 3: Damenwahl

Diesmal geht es kommunalpolitisch zu: Im Rahmen der Gentrifizierung soll ein Stadtteil neu gestaltet werden. Gerüchten nach soll das Frauenkulturhaus geschlossen, bestehende Wohnungen sollen wertvoller gemacht werden. Dazu müssen natürlich die alten Mieterinnen raus. Diese hätten eigentlich ein Recht, eine gewisse Zeit in Anspruch zu nehmen, um sich eine neue Wohnung zu suchen. Aber es soll schneller gehen. Also werden Krachmacher in leere Wohnungen gesetzt, die das Wohnen im Haus reichlich ungemütlich machen. Dies trifft aus der Lesbenclique Käthe.

Aber nicht nur im Wohnbereich wird Käthe gebeutelt: die Ex von Käthe, die zusammen mit ihr das Frauenkulturhaus aufbaute, hat unterdessen Karriere gemacht und ist Kandidatin für eine Konservative Partei. Zu Zeiten mit Käthe setzte sie ihr Talent für das FKH ein – ein Projekt, das ihr sehr am Herzen lag. Nun "mauschelt" sie mit der Presse, um so in einem guten Licht für die kommende Wahl zu stehen. Gleichzeitig ist auch ihre Partei an diesem Wohnungsdingens beteiligt, so dass die Freundinnen alles daran setzen, in ihre Nähe zu kommen, um so etwas über die Zukunft des FKH zu erfahren. Hierzu ist es gut, dass Tina unterdessen Karriere im Bereich der Presse und Cateringservices machte.

Was haben wir noch für dieses Lesbisch für Anfängerinnen? Weniger Verwicklungen. Diesmal ist es klar, dass sie ohne Informationen nicht wissen können, was Sache ist. Und sie kämpfen für ihre Sache. Auch wenn hierfür ein Ausrutscher der Politikerin genutzt wird.

Gelernt habe ich von dem ungeschriebenem Gesetz der Lesben: Du outest keine Lesbe –- auch wenn sie deine politische Gegnerin ist.

Lesbisch für Anfängerinnen 3: Damenwahl
Celia Martin (Autorin)
Broschiert: 220 Seiten
Verlag: Butze Verlag;
Auflage: 1 (27. Juni 2014)
Sprache: Deutsch

Sonntag, 27. Juli 2014

Die Drachenzeit ist vorbei.

Träumte ich wäre ein wuschigbefiedeter Dinosaurier, der wie ein Hund freudig die Gänge umhertollt.
09:24 - 26. Juli 2014

Dann kam ein zweiter Dinosaurier hob mich, weil dies so richtig sei, in die Lüfte und die Freude verschwand.
09:24 - 26. Juli 2014

Wir sind keine Drachen mehr.
09:25 - 26. Juli 2014

Die Drachenzeit ist vorbei. Drachen kommen nur in Märchen vor. Märchen sind nicht real. Happy End.
22:35 - 27. Juli 2014

Samstag, 26. Juli 2014

Familienspuren in der Matrix der Geschichte von Deutschland

Ihre Familiengeschichte ist keine feine Geschichte. Ihre Großeltern sind Vertriebene. Aus Sicht des Landes, aus dem sie vertrieben wurden, ein verständliches Vorgehen. Im Norden von Deutschland wurde das Paar in einem Auffanglager untergebracht. Dort sind  die drei ältesten Kinder geboren.

Dann kamen sie nach Frankfurt. Die Kinder mussten ins Heim gegeben werden: Seligenstadt. Wie lange sie dort bleiben mussten, hat die Mutter nicht berichtet. Dass es im Heim nicht schön war, kann aus dem Nichterzählten herausgeahnt werden. Der Großvater war Rentner oder arbeitslos. Das war mit ein Beweggrund, warum die Kinder recht schnell Verdienst haben mussten, um dieses Zuhause abzugeben. Die Rente war damals noch nicht sicher, denn sie war gar nicht definiert.

Familienspuren in der Matrix der Geschichte von Deutschland. Die Enkelin hat noch nicht so viel Information, dass die Gründe so mancher "Entscheidungen" der Großeltern sichtbar werden. Dennoch mit dem Abstand der Enkelin ist das Erklären freier als für die direkt betroffenen Kinder.

Sonntag, 15. Juni 2014

Sappho II

Knapp drei Wochen nach dem mystriösen Tagebucheintrag stellt sich heraus, dass die jugendliche Autorin noch keine Kenntnis über die Texte von Sappho haben konnte.
Freitag, den 1. VII. '83

Salve!

Anscheinend können es die Normalen ehrlich nicht ertragen, Sappho. Am Tisch gab es wieder ein Gespräch von Freund und Männer. Ich meinte, ich wollte von solchen Kreaturen nicht abhängig sein. (...) 

Soll ich die blöde Situation endlich aussprechen oder immer noch um den heißen Brei herumreden. '- Ja, ich wage mich, ich liebe ein Mädchen, auch wenn es euch nicht passt und jetzt werde ich die Umschläge von den zwei Büchern abmachen und meinen Namen hineinschreiben. Sappho, dich hab ich endlich. Verdammt, warum waren die Menschen nur so dumm und haben deine Stücke zum Teil vernichtet. Aber du hast überlebt, nein, du wirst nicht vergessen, auch wenn so wenige Leute dich nur kennen. Dein Name währt ewig, auch wenn manchmal ein negativer Inhalt ihm zugute kommt. Aber warum soll man nicht in Leidenschaft zu einem Mädchen entbrennen? Was ist schlimm daran? Man kann doch jeden Menschen lieben, warum sind die Normalen nur so verkorkst? Nicht wir sind es, die das ganze schlecht machen, denn auch unsere Liebe ist rein und echt. Auch wenn es euch nicht passt, wir können und wollen auch lieben dürfen. (...)

Ave für heute.
Die zwei in diesem Tagebucheintrag mit blindem Schutzeinschlag versehenen Bücher kaufte die junge Autorin auf dem 20. deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover 1983 (8.-12. Juni 1983). Eines davon ist das von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg: Tabu Homosexualität – Die Geschichte eines Vorurteils, Frankfurt am Main 1978. Ein Buch, das sich auch heute noch im Bücherschrank der alten Autorin befindet.
Das zweite war des Aufhebens nicht wert.

Das im Tagebucheintrag mit "Sappho, dich hab ich endlich." gemeinte Buch war Sappho: Strophen und Verse übersetzt von Joachim Schickel, herausgekommen 1978, deren Texte nun endlich von der Autorin genossen werden konnten.


Weiterführende Links
  • Über das Buch Tabu Homosexualität Artikel auf en.wikipedia.org (engl.)
  • de.wikipedia.org Gisela Bleibtreu-Ehrenberg
  • Lyrikzeitung & Poetry News: Selanna: vergleicht eine Sappho-Originaltextstelle mit unterschiedlichen Texten diverser Übersetzerinnen (darunter auch Schickel)

Freitag, 13. Juni 2014

Theoretisch

Die Nacht nicht schlafen können, nachdem mich Kater weckte, weil er Hunger hatte.

Und so dachte ich über den Konstruktivismus nach.
Warum dieser mir soviel bedeutet.
Meine Antwort war: weil er eher beschreibender Natur ist. Ich kann die Bilder nutzen, muss es aber nicht.

Dann dachte ich darüber nach, warum ich im Studium, als der Dekonstruktivismus aufkam, mit diesem nichts anfangen konnte.
Für mich hat diese Theorie eher eine auffordernde Natur: dekonstruiere - vor allem Geschlechter und ihr Begehren!
Dieser Anspruch setzte mich unter Druck, denn andere könnten von mir fordern, dass ich mein Begehren, mein Geschlecht, meine Sexualität ändern müsse.
Ich wollte mir meine Lebenskonstruktion nicht zerdeppern lassen.
Wollte auch nicht Lebenskonstruktionen der anderen zerdeppern.
Wusste ich doch, dass wir nicht wirklich dasselbe sehen können.

Naja, statt mich dann weiter im Bett hin und her gedankenverloren zu wälzen, stand ich auf und notierte diese These auf einen Zettel.
Danach konnte ich den Schlaf fortsetzen.
Theoretisch.

Dienstag, 10. Juni 2014

Lesbenliteratursalon im Juni. Thema: Rita Mae Brown

21.05.1992: Lesung Rita Mae Brown: "Schade, dass du nicht tot bist" in der Buchhandlung Heinz Schutt, Frankfurt; Foto: irgendeine Userin
Vor 22 Jahren war ich auf einer Lesung von Rita Mae Brown. Was ich nicht erinnerte, war die Tatsache, dass sie damals ihren ersten Katzenkrimi vorstellte. Was ich erinnerte war, dass sie an diesem Abend aus Rubinroter Dschungel vorlas. Katzenkrimis waren damals nicht so mein Thema.
Manches kommt halt wieder.

Lesbenliteratursalon

Am ersten Sonntag im Juni war Lesbenliteratursalon. Diesmal hatten wir uns als Thema Rita Mae Brown auserkoren. Drei Bücher von ihr wurden vorgestellt:
  • Rubinrote Rita: Eine Autobiographie
  • Einen ihrer Katzenkrimis
  • Dolley. Das Leben einer First Lady, (Dolley Madison, First Lady der USA von 1809 - 1817)
(Auf die Autobiographie wurde ich durch die Vorstellung im Salon so neugierig, dass ich mir diese nun auch bestellt habe.)

Katzenkrimis

Ich habe mich für den Lesbenliteratursalon mit einem ihrer Katzenkrimis beschäftigt. Mittlerweile gibt es schon 20 Bände der Mrs. Murphy-Reihe auf deutsch.

Ich recherchierte im Netz zu Katzenkrimis und wurde durch weitere neue Erkenntnisse überrascht: Mir war nicht bekannt, dass sich die Tradition der Katzenkrimis auf den Altmeister Edgar Allan Poe gründet, der 1843 die Kurzgeschichte Der schwarze Kater schrieb. Auch wusste ich nicht, dass es eine Berliner Katzen-Krimi-Nacht und einen Deutschen-Katzen-Krimi-Preis gibt. Jetzt weiß ich es durch Kater Paul.

In Erwartung lustiger Lektüre, ich hatte andere Bücher von Rita Mae Brown gelesen, bestellte ich mir drei Katzenkrimis wegen der Titel: Ruhe in Fetzen, Virus im Netz und Mausetot. Gelesen für den Lesbenliteratursalon habe ich nur einen. Es ist der zweite Band in der Reihe. Nach allem, was ich so an Rezensionen fand, soll es der gruseligste in der Reihe sein. Okay, das weiß ich nicht, weil ich habe ja die anderen Bände nicht gelesen.

Ruhe in Fetzen. Ein Fall für Mrs. Murphy

Crozet, ist eine kleine Stadt in Virginia. Hier lebt die vor kurzem geschiedene Mary Minor Harristeen, genannt Harry, ganz zufrieden. Sie verbringt ihre Freizeit auf ihrer Farm und arbeitet bei der Post, wo zentral die Nachrichten über die Vorgänge ihrer Nachbarn zusammenführen. Ihre Katze, Mrs. Murphy und der Welsh Corgi Tee Tucker, begleiten Harry fast überall hin.

Nachdem Blair Bainbridge, ein männliches Modell aus New York und ein Yankee, in der Stadt ankommt, findet sich - durch die gute Nase von Tee Tucker und der Besonnenheit von Mrs. Murphy, die den Hund davon abhält das Fundstück gleich zu verschlingen - kurze Zeit später auf seinem Grundstück diverse Leichenteile.

Mein Leseerlebnis

Leider muss ich sagen, dass mich das Lesen des Krimis eben nicht dazu ermunterte die anderen Bücher, die ich mir auch bestellt hatte, lesen zu wollen.
Dies mag an der langatmigen Beschreibung einer Fuchsjagd oder dem Alltagsleben einer Kleinstadt im Süden der Vereinigten Staaten oder der holprigen deutschen Übersetzung liegen. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall gingen Katze, Hund, Pferde, das Oppossum und die Schlange - die Eule schon - nicht an mich. Auch bei den menschlichen Charakteren fand sich keine für mich zum Liebhaben. Ich las zuviel von Heteroverkuppelungsversuchen, von wie sich eine geschiedene Frau zu verhalten habe, wie Rock und Hose doch Harry kleiden können, so dass das Thema des Krimis mich leider kalt ließ.

Ich weiß aber, dass andere Leserinnen nicht genug von der Mrs. Murphy-Reihe kriegen können.



Ruhe in Fetzen
Rita Mae Brown, Sneaky Pie Brown
Verlag: Rowohlt Tb.;
Auflage: 76 bis 90 Tausend (1996)
Sprache: Deutsch

Freitag, 6. Juni 2014

Sappho I

Montag, den 6. VI. '83
Salve!
Wenn das stimmt, was ich denke, was ich bin, weißt du, dann steht es ziemlich schlecht um mich. Beim Spaziergang ist mir aufgegangen, daß ich nicht ganz normal bin. Du, ich begehre ein Mädchen und weißt du, was das heißt, ich bin lesbisch! Sappho, Sappho, was mach ich nur? Ich hoff nur, daß das nicht stimmt. Aber ich hab sie so lieb. Ich muß mich mit dem Gedanken abfinden. Das ist wohl der einzige Weg. Die Kunst muß einfach zu meiner Geliebten werden. Ansonsten seh ich da keinen Ausweg.
Ave, für heuteEin mysteriöser Tagebucheintrag einer Teenagerin von vor 31 Jahren. Die Schreiberin spricht eine uralte, imaginäre, jedoch auf einer realen Person basierende, Lyrikerin an.
Die Autorin kann damit leben, dass Sappho als Namensgeberin für die sapphische Liebe steht. Sie hat kein Problem damit, dass der Wirkort der Lyrikerin - Lesbos - das Wortgrundgerüst für die Bezeichnung homosexueller Frauen ist. Aber mit der negativen Konnotierung in Abgrenzung zur "Normalität" hat die junge Schreiberin ein unerwünschtes Thema mit in der Persönlichkeitsfindung.
Ruheort Text, in dem Verzweiflung und Sehnsucht nebeneinander stehen können.

Mittwoch, 16. April 2014

Und die Moral in der Geschicht?
Lesbenfilme

Faszinierend, wieviele Liebesgeschichten in Lesbenfilmen auf Fremdgehen beruhen. 13:27 - 16. Apr. 2014

Kyss mig: Eine hintergeht ihren Verlobten, die andere ihre Lebensgefährtin. Lesbische Liebesgeschichte im Film.
15:33 - 16. Apr. 2014

Image me and you: Sie verliebt sich auf ihrer Heterohochzeit in die Gärtnerin.
15:34 - 16. Apr. 2014

It's in the water: Sie standesmäßig verheiratet fängt etwas mit der Krankenschwester an.
15:36 - 16. Apr. 2014

Alles wird gut: Sie halbwegs verlobt, lässt sich von ihrer Putzhilfe beeindrucken.
15:37 - 16. Apr. 2014

Puccini for Beginners: Eigentlich Lesbe fängt mit Mann was an, um diesen dann mit Frau zu betrügen.
15:38 - 16. Apr. 2014

Noch mehr?
15:39 - 16. Apr. 2014

The Four-Faced Liar: Sich bürgerlich mit Freund einrichtende Neu-New-Yorkerin richtet ihre Gefühle auf eine New Yorkerin.
15:46 - 16. Apr. 2014

Out at the Wedding: Heteroheiratende Schwester tändelt mit "Freundin" der Fake-Lesbe.
15:47 - 16. Apr. 2014

Ach ja: Big Spoilers in den vergangenen Lesbenfilme-Inhaltstweets.
15:48 - 16. Apr. 2014

Und wenn ich jetzt mit den DramaDrama-sehrernsten-Lesbenfilmen anfange, wird's gruselig. Ich lass das bleiben.
15:49 - 16. Apr. 2014

Liebe Regisseurinnen und Regisseure dreht MEHR schöne, spannende, lustige Filme mit eindeutigen Lesben. Würd mich sehr freuen. Danke. :-)
15:51 - 16. Apr. 2014

Bekanntgehen wäre ein anderes Thema - wenn auch weniger mein Thema. #Lesbenfilme Okay. #Monogamie #Moral
16:06 - 16. Apr. 2014

So. Macht euch Gedanken. Ich muss einen Videoplayer suchen.
16:07 - 16. Apr. 2014

Samstag, 12. April 2014

Schwulsein in den 50er und 60er Jahren

Not macht erfinderisch - fehlende Forschung zu Zeitzeugen, respektive Forschung erst am Anfang. Also habe ich mir ein paar Kommentare aus queer.de kopiert, um ein Gesellschaftsbild der 50er und 60er Jahre Deutschland zu erhalten.
Von gatopardo
Aus Madrid-Landkreis (Spanien)
Mitglied seit 02.05.2008
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Oh ja, mit heute 72 Jahren bin auch ich ein Zeitzeuge dieser unseligen 50er und 60er Jahre im Adenauer-Mief. Durch starkes Anpassungsvermögen und Heuchelei mit Weibergeschichten haben wir es aber mehrheitlich geschafft, trotz strafbarer homosexueller Handlungen nicht in die Mühlen dieser postfaschistischen Justiz zu kommen. Ich erinnere mich noch heute an eigentlich nette Nachbarn oder Freunde, die sich über verhaftete 175er lustig machten, ohne jemals einen Funken Verständnis dafür aufzubringen.
Als ich 1966 von meiner Firma ins national-katholische und faschistische Spanien versetzt wurde, kam ich dann vom Regen in die Traufe, aber das ist ein anderes Thema.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Als 68-Jähriger bin ich ebenfalls Zeitzeuge dieser Zeit. Ich war zwar nicht dirket betroffen, da ich als Jugendlicher nicht darin verwickelt wurde, jedoch trotzdem einen Schock erlitt. Mangels Aufklärung und allgemeiner Tabuisierung von Sexualität und ohne das Wissen dieser Verbote äußerte ich meine homosexuelle Veranlagung, die ich als natürlich empfand, wo ich hätte jederzeit bestraft werden können. Ich war völlig unaufgeklärt, was mich hätte ins Gefängnis bringen können. Meine Eltern wußten über meine Homosexualität, aber sie schwiegen aus Angst darüber. Ich konnte mich nicht in diesen Fragen an sie wenden. Sexualität war ein großes Tabu!
Sie haben aus Angst vor diesem Thema noch nicht mich einmal gewarnt, daß ich durch mein Verhalten ins Gefängnis wandern könnte. Sie dachten, daß sie durch Schweigen über das Thema Sexualität als auch durch extreme Prüderie meine Sexualität in die richtigen Bahnen lenken könnten. Sie haben zwar meine Sexualität nicht durch direkte Verbote und Drohungen unterdrückt, jedoch konnte ich ahnen, daß sie diese Sexualität mißbilligten.

Ich wurde auch Zeuge einer Denunziation, wo ein homosexuelles Paar verurteilt wurde. Natürlich wurde nicht darüber gesprochen, daß sie Sex miteinander hatten. Ich bekam jediglich nur zu erfahren, daß sie wegen ihrer Freundschaft verhaftet worden sind.
Da brach für mich eine Welt zusammen. Ich dachte nun, daß es eine strafbare Handlung ist, Freunde und Freundinnen zu haben - andrerseits begrüßte man Freundschaften und heiratete sogar (Mann mit Frau). Das war extrem widersprüchlich für mich. Die beiden waren nach der Abbuße der Gefängnisstrafe stigmatisiert. Es war dann allgemein bekannt, daß sie homosexuell und vorbestraft waren und somit keine Möglichkeit mehr hatten, einen Beruf zu ergreifen. Man zerstörte ihre Existenz und trieb sie in den Selbstmord. Da das am Ende der 50 Jahre war und ich mich an die Namen nicht mehr erinnern kann, außer der der Denunziantin, nämlich meiner Nachbarin, kann ich faktisch diese Geschichte nicht mehr belegen. Genau das ist der Punkt, weswegen man auf eine Entschädigung wartet, nämlich bis alles vergessen und verstorben ist.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von gatopardo
Aus Madrid-Landkreis (Spanien)
Mitglied seit 02.05.2008
Antwort zu Kommentar #8 von JadugharDazu kann ich beisteuern, dass ich Anfang der 60er von einem schwulen Freund folgende Geschichte erfuhr: Im angetrunkenen Zustand nahm er sich mal ein Taxi und fand den Fahrer so anziehend, dass er ihm den Hof machte, worauf dieser direkt mit ihm zur nächsten Polizeiwache fuhr und ihn denunzierte. Ich glaube, der Freund bekam eine Geldstrafe, war aber dann natürlich vorbestraft.
Dann erinnere ich mich auch an Schulkameraden, die sich sehr abfällig über einen bekannten "175er" unterhielten, der den rosa Winkel aus dem KZ am Arm trug und auch damals nach Ende der NS-Zeit noch stigmatisiert blieb.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #5 von gatopardo
Das kann ich nur bestaetigen. Diese Gesellschaft hat auch nach dem Krieg weiter unterdrueckt. Die Befreiung vom Faschismus hat nicht zu einer freien Gesellschaft gefuehrt. Bis heute nicht mit einer CDU/CSU, die das alte Erbe weiter aufrecht erhaelt.
Wie haette es denn auch geschehen koennen in einer Gesellschaft, die ja nicht etwa vom Regime, sondern allein vom Kriegsverlust traumatisierrt war. Die ihre Moerderbande und Kriegstreiber freiwillig gewaehlt und bis zum bitteren Ende ebenso freiwillig unterstuetzt hatte.
Ein junger Nachbar hatte sich Mitte der 50er Jahre aufgehaengt. Auf das Beileid meiner Tante gegenueber der Mutter, kam von ihr als Reaktion: "Nicht so schlimm. Der war ja vom anderen Ufer!"
Einer meiner aelterer Brueder wurde ueber Jahre von einem Nenn-Onkel sexuell missbraucht. Dieser war - fast moechte man sagen, klar - ein sehr aktiver Katholik und hoher Bauern-Vertreter. An wen haette sich mein Bruder wenden koennen? An unsere Mutter? Undenkbar. An den Pfarrer? Voellig ausgeschlossen.
Der Druck aus meiner Familie auf ihn, der dann selber schwul war und kleine Jungs belaestigt hat, war so gross, dass er freiwillig und lange zum Militaer ging. Die erste Frau, die er traf, heiratete. Und heute eine voellig disfunktionale Familie, ihn, seine Frau und alle VIER Kinder, eingeschlossen, "unterhaelt". Ein Leben aus Luegen und Selbsttaeuschung. Aber ebenso aus Leid, Verlassenheit und Furcht.
Die aktuelle Politik der deutschen Regierung zum Wohl der Kinder? Die dickste Luege ueberhaupt! Keine Entschuldigung UND Entschaedigung fuer die Opfer dieses unseligen Paragraphen? Eines der ganz schlimmen Versaeumnisse schon der damaligen SPD/FDP Regierung unter Brand.
Und diese Unrecht geht weiter, denn auch die naechste deutsche Generation fuehrt das Unrecht und die Ungleichbehandlung von Menschen fort. Die CDU unveraendert ihr furchtbares Erbe! Gerade so, als haette es die 30er Jahre nicht als Erfahrung zu Recht und Unrecht gegeben. Gerade so, als habe Filbinger mit seinem Satz: "Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein!" noch im Nachherein obsiegt!
Und einmal mehr versagt die Mehrheit auch der Kirchen und ihrer Fuehrer.
Da muss ich, der ebenso noch die 50er Jahre erlebt hat, wie auch die Furcht vor dem 175er, aufpassen, dass ich mich nicht aufrege! Doch, ich rege mich auf! Und man frage mich nicht, wie! Ich kann gar nicht so viel essen.....

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #5 von gatopardo
Zur Ergaenzung. Damals unterhielten auch Banken interne Notizen, in denen sehr persoenliches Verhalten von Kunden dokumentiert war und im "Ernstfall", also z.B. bei einem Kreditwunsch, zur Ablehnung fuehrte.
Ich erinnere mich sehr gut an die Notiz zu einem Kunden: "Treibt sich an der Schwimmhale herum und schaut den Schwimmern zu. Insbesonder, wenn Schulklassen (Jungs) dort ihren Sportunterricht habe!"
Dazu muss man wissen, die Schwimmhalle hatte auf der Rueckseite eine riesige Wand komplett aus Glas. Und daran fuehrte eine Art Balkon entlang.
Dieser arme Mensch war in dieser Bank stigmatisiert, denn wirklich jeder Mitarbeiter, auch diejenigen, die mit Krediten nichts zu tun hatten, kannten diese Notiz: sie wurde als "Spass" heimlich herumgereicht.
Woher die Banken solche Infos hatten, kann man nur vermuten: Die wurden zwischen Bank und Polizei ausgetauscht, dachte ich schon damals.
Uebrigens gab es diese Kunden-Infos noch bis in die 70er.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014