Seiten

Mittwoch, 16. April 2014

Und die Moral in der Geschicht?
Lesbenfilme

Faszinierend, wieviele Liebesgeschichten in Lesbenfilmen auf Fremdgehen beruhen. 13:27 - 16. Apr. 2014

Kyss mig: Eine hintergeht ihren Verlobten, die andere ihre Lebensgefährtin. Lesbische Liebesgeschichte im Film.
15:33 - 16. Apr. 2014

Image me and you: Sie verliebt sich auf ihrer Heterohochzeit in die Gärtnerin.
15:34 - 16. Apr. 2014

It's in the water: Sie standesmäßig verheiratet fängt etwas mit der Krankenschwester an.
15:36 - 16. Apr. 2014

Alles wird gut: Sie halbwegs verlobt, lässt sich von ihrer Putzhilfe beeindrucken.
15:37 - 16. Apr. 2014

Puccini for Beginners: Eigentlich Lesbe fängt mit Mann was an, um diesen dann mit Frau zu betrügen.
15:38 - 16. Apr. 2014

Noch mehr?
15:39 - 16. Apr. 2014

The Four-Faced Liar: Sich bürgerlich mit Freund einrichtende Neu-New-Yorkerin richtet ihre Gefühle auf eine New Yorkerin.
15:46 - 16. Apr. 2014

Out at the Wedding: Heteroheiratende Schwester tändelt mit "Freundin" der Fake-Lesbe.
15:47 - 16. Apr. 2014

Ach ja: Big Spoilers in den vergangenen Lesbenfilme-Inhaltstweets.
15:48 - 16. Apr. 2014

Und wenn ich jetzt mit den DramaDrama-sehrernsten-Lesbenfilmen anfange, wird's gruselig. Ich lass das bleiben.
15:49 - 16. Apr. 2014

Liebe Regisseurinnen und Regisseure dreht MEHR schöne, spannende, lustige Filme mit eindeutigen Lesben. Würd mich sehr freuen. Danke. :-)
15:51 - 16. Apr. 2014

Bekanntgehen wäre ein anderes Thema - wenn auch weniger mein Thema. #Lesbenfilme Okay. #Monogamie #Moral
16:06 - 16. Apr. 2014

So. Macht euch Gedanken. Ich muss einen Videoplayer suchen.
16:07 - 16. Apr. 2014

Samstag, 12. April 2014

Schwulsein in den 50er und 60er Jahren

Not macht erfinderisch - fehlende Forschung zu Zeitzeugen, respektive Forschung erst am Anfang. Also habe ich mir ein paar Kommentare aus queer.de kopiert, um ein Gesellschaftsbild der 50er und 60er Jahre Deutschland zu erhalten.
Von gatopardo
Aus Madrid-Landkreis (Spanien)
Mitglied seit 02.05.2008
________________________________

Oh ja, mit heute 72 Jahren bin auch ich ein Zeitzeuge dieser unseligen 50er und 60er Jahre im Adenauer-Mief. Durch starkes Anpassungsvermögen und Heuchelei mit Weibergeschichten haben wir es aber mehrheitlich geschafft, trotz strafbarer homosexueller Handlungen nicht in die Mühlen dieser postfaschistischen Justiz zu kommen. Ich erinnere mich noch heute an eigentlich nette Nachbarn oder Freunde, die sich über verhaftete 175er lustig machten, ohne jemals einen Funken Verständnis dafür aufzubringen.
Als ich 1966 von meiner Firma ins national-katholische und faschistische Spanien versetzt wurde, kam ich dann vom Regen in die Traufe, aber das ist ein anderes Thema.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Als 68-Jähriger bin ich ebenfalls Zeitzeuge dieser Zeit. Ich war zwar nicht dirket betroffen, da ich als Jugendlicher nicht darin verwickelt wurde, jedoch trotzdem einen Schock erlitt. Mangels Aufklärung und allgemeiner Tabuisierung von Sexualität und ohne das Wissen dieser Verbote äußerte ich meine homosexuelle Veranlagung, die ich als natürlich empfand, wo ich hätte jederzeit bestraft werden können. Ich war völlig unaufgeklärt, was mich hätte ins Gefängnis bringen können. Meine Eltern wußten über meine Homosexualität, aber sie schwiegen aus Angst darüber. Ich konnte mich nicht in diesen Fragen an sie wenden. Sexualität war ein großes Tabu!
Sie haben aus Angst vor diesem Thema noch nicht mich einmal gewarnt, daß ich durch mein Verhalten ins Gefängnis wandern könnte. Sie dachten, daß sie durch Schweigen über das Thema Sexualität als auch durch extreme Prüderie meine Sexualität in die richtigen Bahnen lenken könnten. Sie haben zwar meine Sexualität nicht durch direkte Verbote und Drohungen unterdrückt, jedoch konnte ich ahnen, daß sie diese Sexualität mißbilligten.

Ich wurde auch Zeuge einer Denunziation, wo ein homosexuelles Paar verurteilt wurde. Natürlich wurde nicht darüber gesprochen, daß sie Sex miteinander hatten. Ich bekam jediglich nur zu erfahren, daß sie wegen ihrer Freundschaft verhaftet worden sind.
Da brach für mich eine Welt zusammen. Ich dachte nun, daß es eine strafbare Handlung ist, Freunde und Freundinnen zu haben - andrerseits begrüßte man Freundschaften und heiratete sogar (Mann mit Frau). Das war extrem widersprüchlich für mich. Die beiden waren nach der Abbuße der Gefängnisstrafe stigmatisiert. Es war dann allgemein bekannt, daß sie homosexuell und vorbestraft waren und somit keine Möglichkeit mehr hatten, einen Beruf zu ergreifen. Man zerstörte ihre Existenz und trieb sie in den Selbstmord. Da das am Ende der 50 Jahre war und ich mich an die Namen nicht mehr erinnern kann, außer der der Denunziantin, nämlich meiner Nachbarin, kann ich faktisch diese Geschichte nicht mehr belegen. Genau das ist der Punkt, weswegen man auf eine Entschädigung wartet, nämlich bis alles vergessen und verstorben ist.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von gatopardo
Aus Madrid-Landkreis (Spanien)
Mitglied seit 02.05.2008
Antwort zu Kommentar #8 von JadugharDazu kann ich beisteuern, dass ich Anfang der 60er von einem schwulen Freund folgende Geschichte erfuhr: Im angetrunkenen Zustand nahm er sich mal ein Taxi und fand den Fahrer so anziehend, dass er ihm den Hof machte, worauf dieser direkt mit ihm zur nächsten Polizeiwache fuhr und ihn denunzierte. Ich glaube, der Freund bekam eine Geldstrafe, war aber dann natürlich vorbestraft.
Dann erinnere ich mich auch an Schulkameraden, die sich sehr abfällig über einen bekannten "175er" unterhielten, der den rosa Winkel aus dem KZ am Arm trug und auch damals nach Ende der NS-Zeit noch stigmatisiert blieb.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #5 von gatopardo
Das kann ich nur bestaetigen. Diese Gesellschaft hat auch nach dem Krieg weiter unterdrueckt. Die Befreiung vom Faschismus hat nicht zu einer freien Gesellschaft gefuehrt. Bis heute nicht mit einer CDU/CSU, die das alte Erbe weiter aufrecht erhaelt.
Wie haette es denn auch geschehen koennen in einer Gesellschaft, die ja nicht etwa vom Regime, sondern allein vom Kriegsverlust traumatisierrt war. Die ihre Moerderbande und Kriegstreiber freiwillig gewaehlt und bis zum bitteren Ende ebenso freiwillig unterstuetzt hatte.
Ein junger Nachbar hatte sich Mitte der 50er Jahre aufgehaengt. Auf das Beileid meiner Tante gegenueber der Mutter, kam von ihr als Reaktion: "Nicht so schlimm. Der war ja vom anderen Ufer!"
Einer meiner aelterer Brueder wurde ueber Jahre von einem Nenn-Onkel sexuell missbraucht. Dieser war - fast moechte man sagen, klar - ein sehr aktiver Katholik und hoher Bauern-Vertreter. An wen haette sich mein Bruder wenden koennen? An unsere Mutter? Undenkbar. An den Pfarrer? Voellig ausgeschlossen.
Der Druck aus meiner Familie auf ihn, der dann selber schwul war und kleine Jungs belaestigt hat, war so gross, dass er freiwillig und lange zum Militaer ging. Die erste Frau, die er traf, heiratete. Und heute eine voellig disfunktionale Familie, ihn, seine Frau und alle VIER Kinder, eingeschlossen, "unterhaelt". Ein Leben aus Luegen und Selbsttaeuschung. Aber ebenso aus Leid, Verlassenheit und Furcht.
Die aktuelle Politik der deutschen Regierung zum Wohl der Kinder? Die dickste Luege ueberhaupt! Keine Entschuldigung UND Entschaedigung fuer die Opfer dieses unseligen Paragraphen? Eines der ganz schlimmen Versaeumnisse schon der damaligen SPD/FDP Regierung unter Brand.
Und diese Unrecht geht weiter, denn auch die naechste deutsche Generation fuehrt das Unrecht und die Ungleichbehandlung von Menschen fort. Die CDU unveraendert ihr furchtbares Erbe! Gerade so, als haette es die 30er Jahre nicht als Erfahrung zu Recht und Unrecht gegeben. Gerade so, als habe Filbinger mit seinem Satz: "Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein!" noch im Nachherein obsiegt!
Und einmal mehr versagt die Mehrheit auch der Kirchen und ihrer Fuehrer.
Da muss ich, der ebenso noch die 50er Jahre erlebt hat, wie auch die Furcht vor dem 175er, aufpassen, dass ich mich nicht aufrege! Doch, ich rege mich auf! Und man frage mich nicht, wie! Ich kann gar nicht so viel essen.....

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #5 von gatopardo
Zur Ergaenzung. Damals unterhielten auch Banken interne Notizen, in denen sehr persoenliches Verhalten von Kunden dokumentiert war und im "Ernstfall", also z.B. bei einem Kreditwunsch, zur Ablehnung fuehrte.
Ich erinnere mich sehr gut an die Notiz zu einem Kunden: "Treibt sich an der Schwimmhale herum und schaut den Schwimmern zu. Insbesonder, wenn Schulklassen (Jungs) dort ihren Sportunterricht habe!"
Dazu muss man wissen, die Schwimmhalle hatte auf der Rueckseite eine riesige Wand komplett aus Glas. Und daran fuehrte eine Art Balkon entlang.
Dieser arme Mensch war in dieser Bank stigmatisiert, denn wirklich jeder Mitarbeiter, auch diejenigen, die mit Krediten nichts zu tun hatten, kannten diese Notiz: sie wurde als "Spass" heimlich herumgereicht.
Woher die Banken solche Infos hatten, kann man nur vermuten: Die wurden zwischen Bank und Polizei ausgetauscht, dachte ich schon damals.
Uebrigens gab es diese Kunden-Infos noch bis in die 70er.

Quelle: Kommentar zu "Archiv der anderen Erinnerungen". Paragraf 175: Eine Entschuldigung reicht nicht auf queer.de am 29.03.2014