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Samstag, 22. Oktober 2016

Buchmesse Tag 4: Lesung Fiona Kidman: Jean Batten, Pilotin

Fiona Kidman liest am 22.10.2016, ab 11.00 Uhr aus ihrem Buch „Jean Batten, Pilotin“ in der Buchhandlung Weltenleser.

Fiona Kidman
Ich bin etwas zu früh für die Veranstaltung vor Ort. Alles ist noch ruhig. Ich helfe beim Stühle aufstellen. Das charmante Wesen von Fiona Kidman veranlasst mich tatsächlich mir noch vor der Lesung eine Signatur*) ins Buch geben lassen.
*) Ich bin da eigen: Mein Blick auf Bücher kann sich ändern und dadurch diese Bücher aus meinem Bücherregal verschwinden. Deshalb mag ich durch eine Signatur personalisierte Bücher nicht. Eigentlich.


Die Lesung

Es gibt nur zwei Sessel. Es werden aber drei Frauen, Barbara Weidle, die Übersetzerin, Zoe Beck, als deutsche Stimme des Buches und Fiona Kidman, die Autorin die Lesung gestalten. Schnell wird eine dritte Sitzmöglichkeit dazu gestellt. Es sei chaotisch bei ihnen wie immer, erklärt Maria Lucia Klöcker, die Buchladenbesitzerin. Für das leibliche Wohl sei gesorgt. Wir bekommen alle ein Getränk und eine Süßigkeit angeboten.


Kidman sei eine der 10 Stars der Frankfurter Buchmesse. Sie habe 25 Bücher veröffentlicht, das letzte All Day at the Movies.

Auf die Frage, warum Kidman das Thema ausgewählt habe, sagt sie, dafür gäbe es  drei Gründe:
  • Ihr Ehemann sei Pilot
  • Sie lebte 13 Jahre in der Stadt, in der Jean Batten geboren wurde
  • und die Biographie, die über Batten von Ian Mackersey 1992 veröffentlicht worden war, gefiel ihr nicht.
Da fing Kidman die Recherche über Jean Batten an. Sie wollte ihre Geschichte in einer anderen Weise erzählen.

Jean Batten war eine neuseeländische Fliegerin. Sie errang in den 1930er Jahren Strecken- und Dauerrekorde im Alleinflug. Batten habe ein emotional schwieriges Leben gehabt. Die Beziehung zu ihrer Mutter war sehr eng. Jean Battens Mutter sei eine frühe Feministin gewesen, die meinte, Mädchen könnten alles tun, was sie sich wünschen. Ellen Batten habe ihre Tochter stark in dem Wunsch unterstützt, eine Pilotin zu werden. Acht Jahre reisten Mutter und Tochter durch Europa. In der Mackersey-Biographie von 1992 würde diese Mutter-Tochter-Nähe als unnatürliche Beziehung bezeichnet. Was so nicht stimme. Auch Kidman habe eine sehr enge Beziehung zu ihrer Mutter gehabt. Wichtige Informationen würden in der Biographie zurückgehalten. Batten würde als kaltherzig, arrogant und femme fatal bezeichnet. Alles würde gedreht, um Batten schlecht aussehen zu lassen.
Kidman zitiert Joni Mitchel: If a man is angry, he is proud. If a woman is angry, she is a bitch.

Als Jean Batten für eine gewisse Zeit auf Jamaika lebte, war Ian Fleming ihr Nachbar. "Ian Fleming was very close to her." beschreibt Kidman die Beziehung der beiden. Sie vermutet, dass
Fleming in "Live and let die" in der Figur der Solitaire Anleihen von Jean Batten genommen habe. Das sei natürlich "a novelist interpretation".
Sie habe für das Buch heftige Themen zu (be)schreiben gehabt, aber der Dialog Ian Fleming und Jean Batten habe ihr Spaß gemacht. Es sei nicht so schwierig ihr eine Stimme zu verleihen, da es viele Filmausschnitte mit Jean Batten gäbe. Es sei schwierig gewesen, über die echte Person zu schreiben. Trotzdem sei der Roman keine alternative Biographie.

Kidman lebe mit ihrer Figur. Wenn es ihnen schlecht ginge, ginge es auch der Autorin schlecht. Sie bewundere Jean Battens Mut, ihre Einsamkeit und was sie vollbracht hatte. Sie sei inspiriert durch Jean Batten.

Ich war inspiriert von dieser Lesung und freue mich auf die Lektüre des Buches.


Jean Batten, Pilotin
von Fiona Kidman, Kat Menschik (Cover Design), Barbara Weidle (Übersetzerin)
Taschenbuch: 412 Seiten
Verlag: Weidle
Sprache: Deutsch



* * *





Mittwoch, 19. Oktober 2016

Buchmesse Tag 1: Mehr als Bücher

Ich habe gerade das Werbegeschenk mit den leckeren Karamellbonbons geöffnet und denke beseelt an meinen heutigen Buchmessebesuch zurück.

Die Bundeszentrale für politische Bildung fand ich in der Halle 3.1, Stand C11. Hat mich sehr gefreut. Und ich habe mir auch sogleich diverse der Aus Politik und Zeitgeschichte-Hefte angeschaut und zwei davon, Pressefreiheit und Der Neue Mensch mitgenommen. Eine Weltkarte habe ich auch mitgenommen, da Geographie sich so noch etwas übersichtlicher lernen lässt. In das Bilderbuch Der Bus von Rosa Parks von Fabrizio Silei und Maurizio A. C. Quarello konnte ich am Stand hinein schauen. Es ist sehr schön gestaltet und ich habe es mir für meine nächste Bestellung vorgemerkt.

Etwas überrascht hatte mich, dass die Goethe-Uni ebenfalls zusammen mit Hessen schafft Wissen mit einem Stand vor Ort war (Stand A26 in der Halle 3.1). Ich bin in einen Vortrag zu Supraleitern und Schwebebahnen hineingestolpert. Davon könnt ihr euch mit dem Video ein Bewegtbild und Ton machen.



Der Stand von Buchmarie zog mich deshalb an, weil die Buchtheke tatsächlich aus Büchern bestand. Sie kaufen und verkaufen gebrauchte Bücher erklärte mir der Mitarbeiter am Stand. Und sie kämen aus Darmstadt, also hier um die Ecke.


Im Vorbeigehen erfuhr ich, dass bei Weltempfang gerade ein Preis für Übersetzungsleistungen verliehen wurde.
In der Self-Publishing Area, ein Stockwerk tiefer, beschäftigten sie sich gerade mit dem "Lektorat auf Knopfdruck!?".






* * *

Außergewöhnlich fand ich die NonBook-Stände.

Miele macht Koch-Show
Pfannenverkauf
Weinverkostung und -verkauf
Kochkurs in vegan
Süßigkeiten/ Bonbons in Karamell
Die NonBook Awards

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Wolf Biermann



Biermann beginnt das Gespräch mit SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer mit einem Gramsci-Zitat über "Pessimismus der Intelligenz und Optimismus der Tat":
"Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens." - Gefängnishefte, H. 28, §11, 2232
zit.nach wikiquote
Ich höre wie Wolf Biermann von sich als Ritter mit dem klingenden Schwert (Gitarre) spricht.  Mit 5 Jahren habe er den Vater im Gefängnis gesehen. Es wäre Zufall gewesen, dass er dort rein durfte. Diesmal konnte die Mutter ihn nicht für einen Nachmittag bei jemand anderen beaufsichtigt zurücklassen. Dieser Vater ist als Jude später vom Gefängnis weiter ins KZ verschickt worden und dort gestorben.
Biermann lässt in diesem Gespräch das Geschehen um seine Mutter lebendig werden. Diese erzählte ihm regelmäßig abenteuerliche Geschichten über den Vater, in denen Kekse vorkamen, die der Vater dann für ihn "dagelassen" habe. Er habe somit den Vater jeden Tag "gegessen". Eine Art Kommunion.
Und so war er als kleiner Junge sehr vertraut mit seinem Vater, den er schon lange nicht mehr im Alltag gesehen hatte und ging bei diesem Gefängnisbesuch ganz unbefangen mit der Situation um.

Ja, Biermann redet gern, das kann ich bestätigen, als Brinkbäumer mitteilte, die Fragen an Biermann müssten pointiert sein, damit sie eine Chance auf Antwort bekämen. Brinkbäumer bewertete die Autobiographie als ein Teil deutscher Geschichte und deshalb empfehlenswert*).

Das Gespräch kann auf Spiegel Online angehört werden "Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiografie" - Wolf Biermann im Gespräch mit SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer.

*) Anmerkung: Ich werde diese Aussage nicht verifizieren können, da ich das Buch nicht gelesen habe und derzeit nicht plane es zu lesen.