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Mittwoch, 1. September 2021

Lesben und Comics

Lesbische Figuren in Comics. 

Lesben, die Comics machen. 

Lesben, die Comics lesen.


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  • Mein Übersichtsartikel zu Lesben im Comic auf phenomenelle.de veröffentlicht am 16. Juni 2012.

  • Rezension zu Blau ist eine warme Farbe hier auf diesem Blog.

  • Habe ich gar nicht mehr erinnert, aber Google wusste es: hier habe ich im September 2010 für Girls can blog ein paar Fragen zu meinem damaligen Hobby, dem Führen eines Comicblogs beantwortet: Irgendeine Userin of Ja! Es sind Comics!
    (Hinweis zu den Fragebogenantworten: blog.de gibt es schon lange nicht mehr als Platformanbieter. Hat mich heimatlos gemacht und so bin ich nun hier mehr schlecht als recht auf diesem Notizzettel-Blog gestrandet.)

Donnerstag, 1. Juli 2021

The coming out of Renee Montoya - " Half a Life " by Greg Rucka

Eine, der besten Geschichten von Greg Rucka überhaupt und es ist eine Geschichte aus der Reihe Gotham Central.

Dienstag, 3. November 2020

Unterhaltung durch November-Jungs

Es ist mir aufgefallen, dass ich derzeit durch Autoren [sic!] unterhalten werde, die alle im November Geburtstag haben. Drei Skorpione und ein Schütze. Drei, die von Tod, Macht, Ohnmacht und Mystischem erzählen und einer, der Mystisches mit Hoffnung verbindet.

  • Neil Gaiman, *10.11.1960
    Ich habe schon ewig die Geschichten von Sandman hier stehen. Die Erzählungen über die Ewigen habe ich mit Genuss gelesen. Dann durfte ich im Sommer entdecken, es wird ein Hörbuch davon geben. Nun, ich lausche seit einer Woche einem Traum.


  • Alan Moore, *18.11.1953
    Remember, remember the fifth of november. Ich habe das Comic V wie Vendetta gelesen und mag den Film. Dieses Jahr wird der Film wieder traditionell genossen: mit Ei im Körbchen.
    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."
    "Künstler lügen, um die Wahrheit aufzuzeigen. Politiker lügen, um die Wahrheit zu vertuschen!"

  • Terry Moore, *19.11.1954
    In Rachel Rising lebt alles vom Tod. Vergehen. Die Tante von Rachel untersucht und richtet Tote wieder her. Rachel ist eigentlich tot, aber sie ist auch die Schwester von Lilith. Ja, der Lilith. Der erste Mensch, die Gott schuf, war eine Frau. 
    Rachel sucht ihren Mörder. Begleitet wird sie dabei von Jet, die ebenfalls untot ist, einem 10-jährigen massenmordendem kleinen schon über 50 Jahre lebendem Mädchen, ihrer Schwester Lilith, ihrer Tante Johnny u.a.
    Moores Geschichten sind mir bekannt und sollten auch bekannt sein. Weil, es zeigt sich, dass alles zusammenhängt. Ich genieße seinen Humor und seinen Erzählstil.

  • C.S. Lewis, *29.11.1898-†22.11.1963
    Narnia. Ich kenne die Verfilmung. Aber Buch und Film scheinen schon eine gewisse Entfernung voneinander zu haben. 
    Ich habe C.S. Lewis durch Zufall entdeckt. Ich war auf der Suche nach dem Ursprung des Spruchs: du kannst nicht den Anfang ändern, aber das Ende (so oder ähnlich). Anscheinend hat er diesen Spruch getätigt. Ich las etwas von seiner Biographie. Er war mit Tolkien bekannt, vielleicht sogar mal befreundet. Nachdem Lewis die Bücher zu Narnia geschrieben hatte, kam es zum Zerwürfnis. Tolkien war der Meinung, dass die Bücher nicht gut seien. Die Umgebung sei nicht ausreichend beschrieben. Ich habe Tolkiens Herr der Ringe und seinen Hobbit gelesen. Ich bin nicht Tolkiens Meinung und finde Lewis schreibt gut, leicht und recht unterhaltsam. Bin gerade beim Beenden des ersten Bands und freue mich schon auf die nächsten sechs.

Update Sonntag, 08.11.2020:

Gestern im Comic-Land eine weitere wunderbare Lektüre mitgenommen. Und siehe da, der Autor ist auch ein November-Boy:

  • Greg Rucka, *29.11.1969
    Rucka ist einer meiner Lieblings-Comic-Autoren. Er gab mir Renee Montoya. Er war bei der "Wiedergeburt" der neuen Batwoman beteiligt. Er erschafft immer wieder tolle Frauenfiguren. So auch mit The Old Guard.
    The Old Guard, der erste Teil, resp. der erste Band, wurde schon verfilmt. Teils etwas anders als das Comic, aber okay. 
    Der erste Band war schon genial: Kriegerinnen, die nicht sterben können. Die sich unterwegs durch Träume finden. Eine Uralte, die schon vor der Hochkultur der Griechen da war, zwei Männer, die sich im Mittelalter in Jerusalem gegenseitig töteten und dann sich lieben lernten, einer, der bei der französischen Revolution dabei war und eine die ganz neu als Soldatin nach ihrem Tod wieder auswachte. Sie leben nicht wirklich ewig. Sie sterben immer wieder und erwachen. Irgendwann erwachen sie nicht mehr. Aber wann das passieren wird, wissen sie nicht. Schön erzählt und gut gezeichnet. Und nun wartet der zweite Band auf die Lektüre in diesem wunderbaren November 2020.

Montag, 19. Oktober 2015

Buchmesse Tag 4:
Im Netz zur Lesenacht

Der Samstag ist so ein bisschen mein Buchmesse-Angstgegner. Samstag wird die Teilnehmendeanzahl um das dreifache potenziert. Schon die Tage davor ist die Messe gut gefüllt. Am Wochenende sind plötzlich alle auf den Rolltreppen, den Eingängen, vor den Ständen. Deshalb muss es etwas ganz Großartiges sein, das mich auf das Messegelände lockt. Da ist die Abendveranstaltung im LSKH dann eher ein Heimspiel.

Zwischen Feuilleton und Haul.
Literaturrezensionen 2015

Ich schreibe im Web. Das war mir Anlass genug, mir die tolle Veranstaltung mit den fünf Menschen (Felix Wegener, Wibke Ladwig, Stefan Mesch, Nora Gomringer, Jan Drees) auszuwählen. Ich kann schon resümierend für die Veranstaltung sagen: es macht Sinn im Web zu rezensieren. Nur so können sich Lesende abseits der Literaturwerbung ein Bild von Buch, Comic etc. machen.
 v.l.n.r.: Felix Wegener, Wibke Ladwig, Stefan Mesch, Nora Gomringer, Jan Drees

Es ist schön zu hören, dass das Netz den längeren Atem und längeren Nachklang im Gegensatz zu den anderen Medien habe, bei denen es Wellen gäbe: Mal ist das interessant und wichtig und mal etwas anderes. Im Netz dagegen könnten sogar Uralt-Sachen besprochen werden. Das geht bei den Traditionsmedien nicht.

Diesen Aspekt fand ich spannend: Journalisten würden versuchen, anhand des Buches eine eigene Geschichte zu erzählen.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde von Felix Wegener Zettel verteilt. Er bat darauf zu notieren, welches Wort mit der Literaturkritik die einzelnen verbinden. Am Ende kam folgendes heraus: Jan Drees mag die Freiexemplare, die er als Rezensent bekommt. Okay, das ist nicht das Einzige. Weil einher mit den Exemplaren gehe die Verpflichtung zur Rezension. Nora Gomringer mag die Vielstimmigkeit durch das Web und weist darauf hin, wie wichtig auch die Übersetzungsarbeit ist. Sehr häufig würde ja nicht das Original, sondern die Übersetzung gelesen und die müsste ebenfalls literarische Kunst vorweisen. Stefan Mesch sieht sich als Vortester resp. Vorkoster: "Ich lese Bücher, damit ihr diese nicht lesen müsst."

 

Frauenbilder in den Netzmedien.
Orbanism-Dialog

Es gab drei Gründe, diese Veranstaltung zu wählen. Zwei Gründe sind schon im Titel der Veranstaltung enthalten: Frauen und Netz. Der dritte Grund ist Antje Schrupp. Okay. Es gibt in meinem Leben so ein paar Menschen, die können fast alles schreiben resp. sagen, ich kann dem zustimmen. Meistens. Einer ist Paul Watzlawick. (Okay. Ich bin ein Nerd.) Und der andere ist Antje Schrupp.

v.l.n.r.: Antje Schrupp und Christiane Frohmann
Und so konnte ich bei dem Dialog von Christiane Frohmann und Antje Schrupp immer nur bestätigend den Kopf nicken. Beide Frauen sagten so kluge Sachen, z.B. auch zu Selfies: Der Wunsch, sichtbar zu sein, sei ein guter. Es solle mehr Frauenbilder im Web geben, die Frauen selbst machten und einstellen. Das Frauenbild solle nicht den Medien überlassen werden. Es brauche viele Bilder, um das Durchschnittsbild zu erhalten. Und dann aber auch mal mit Absicht das unvorteilhafte Bilder einstellen, um eben nicht den Erwartungen zu entsprechen.

 

Lesbisch-schwule Lesenacht im LSKH

Das ist jetzt ein absolutes Novum, dass ich von diesem Ereignis berichten kann. Nach Jahren der Teilnahme an der Buchmesse brach ich in diesem Jahre das erste Mal meine Tradition der Abstinenz und besuchte meine erste Lesenacht. Und dabei war gleich alles ganz anders: statt im Erdgeschoss, fand die Lesung im ersten Obergeschoss statt. Dort ist die Akustik besser. Was an diesem Abend relativ war, aber darauf komme ich später zurück.
Es lasen folgende Autorinnen und Autoren:

Ina Steg: Alles nur Kulisse
Jan Stressenreuter: Haus voller Wolken
Regina Nössler: Endlich daheim (PDF)
Jannis Plastargias: RotZSchwul
Ulrike Helmer las für Mirjam Müntefering: ANDERS GEHT IMMER
Nach der Halbzeit stand für mich fest, dass ich mir womöglich *uijuijui* das erste Mal absichtlich ein Buch eines schwulen Autors kaufen werde. Der Inhalt von Jan Stressenreuters neuem Buch hat mich sehr berührt. Es geht darin um Alzheimer und was die Krankheit einer langjährigen Beziehung abverlangt.
Ein Büchertisch.
Abspann
Okay, warum war die Veranstaltung im 1. OG und warum war die dortige gute Akustik für mich relativ? Zeitgleich zur Lesenacht, war das Erdgeschoss des LSKH an eine Frau, die eine Geburtstagsfete mit Konzert schmiss, vermietet. Das Lustige dabei war, dass für den Toilettengang stets in den Partyraum runtergegangen werden musste. Macht nicht wirklich Spaß, diese Nebengeräusche bei der Lesung aushalten zu müssen. Deshalb bin ich dann zur Halbzeit der ansonsten sehr schönen Veranstaltung gegangen.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Buchmesse Tag 3:
Die Wölfin ruft

Schon Tradition zur Buchmesse hat die Einladung der Ylva-Verlag-Verlegerin, Astrid Ohletz an Freundinnen, Lektorinnen und Autorinnen des Verlags.

Eine Ylva-Leserin.


Ich bewundere sehr die Arbeit der engagierten Frauen in und um den Ylva-Verlag. Alle Beteiligten möchten sehen, dass eine Idee umgesetzt wird, nämlich mehr Wohlfühl-Literatur für Lesben. Der Verlag kann dabei einigen Erfolg vorweisen.


Bücher beispielhaft. Bisher sind 171 Bücher herausgebracht worden. Ylva verlegt Bücher in englischer und in deutscher Sprache.


Mittwoch, 18. März 2015

Die Autorin Malinda Lo ist eine, meine Entdeckung in diesem Jahr

Auf der Suche nach einem lesbischen Harry Potter oder Herr der Ringe oder Percy Jackson fand ich mystische Abenteuer mit starken Protagonistinnen. Ich hatte nicht den Anspruch, dass es die Hauptdarstellerinnen in den Geschichten sind - eine lesbische Hermine hätte mir gereicht - aber mit den Geschichten von Malinda Lo wurde mein erster Hunger nach fantastischen Abenteuer mit einer Spur Lesbenthematik gut gestillt.

Ich habe zwei Bücher bisher von Lo gelesen:
Ash, welches hauchzarte Themenberührungspunkte mit dem Märchen Aschenputtel hat und Huntress, welches in derselben Umgebung wie Ash, aber ein paar Jahrhunderte davor spielt. Beide Bücher bauen nicht aufeinander auf und können sehr gut unabhängig voneinander gelesen werden. Empfehlen würde ich, Ash vor Huntress zu lesen, weil Ash eher mystisches Märchen und Huntress eher ein detailreicher Abenteuerroman ist.

Ash

Ash ist 12 als ihre Mutter verstirbt. Die Beerdigung wird auf eine bestimmte Art und Weise gestaltet, damit die Seele der Mutter nicht von den Feenleuten geholt wird. Eine gute Hexe unterstützt die Beerdigungszeremonie. Ash fühlt sich heimatlos. Sie hat Heimweh nach ihrer Mutter und deren Geschichten. Ihre Mutter war wie die gute Hexe eine Anhängerin der alten Magie. Ashs Vater ist nicht überzeugt von den alten Weisen.

Nachdem der Vater von einer längeren Reise zurückkommt, verkündet er, dass er wieder heiraten wird. Lady Isobel und ihre Töchter ziehen zu Ash und ihrem Vater nach Roak Hill. Solange der Vater lebt, ist alles gut. Als er an einer Krankheit verstirbt, stellt sich heraus, dass er arm ist, resp. Schulden hat. Lady Isobel zieht deshalb zurück ins eigene Heim in der Großstadt. Ash als Tochter ihre Mannes wird mitgenommen. Isobel eröffnet ihr, dass Ash die Schulden des Vaters abbezahlen muss.

Ashs Heimatlosigkeitsgefühl nimmt zu. Sie liest die alten Märchen und geht verwunschene Pfade, auf denen sie eines Tages einen Feenmann kennenlernt. In ihrer Todessehnsucht freundet sie sich mit diesem an und geht auf einen Handel ein, bei dem er drei Wünsche für sie erfüllt und sie einen Preis dafür bezahlen muss.
Diese Wünsche helfen ihr, an Jagdgesellschaften und Bällen teilzunehmen, um Zeit mit der Jägerin des Königs zu verbringen.

Huntress

Bitte den Roman in deutsch rausbringen. Bitte den Roman in deutsch rausbringen. Bitte den Roman in deutsch rausbringen.
"Making a decision isn't about knowing every potential consequence. It's about knowing what you want and choosing a path that takes you in that direction." Fin, 'the Acadamy's groundkeeper, die Kaede das Messerwerfen beibringt, Huntress, S. 28
Kaede und Taisin sind 17 Jahre alt und leben in der Academy.
Kaede ist die Tochter eines Adeligen. Sie ist mäßig befähigt, was das Sage-Mysterium angeht und weiß nicht, wohin sie will. Aber sie weiß, was sie nicht will.
Taisin ist die Tochter einer Bauernfamilie - talentiert und begabt für die Ausbildung in der Academy. Sie weiß genau, was sie will. Sie sieht schon ihren fertigen Weg in der Academy als Sage.
Sage sind Angehörige der Academy und leben im Zölibat. Sie enthalten sich jeder Liebesbeziehung. Diese Sage hüten das Wissen um Mysterien und Heilung. Sie haben Visionen der Zukunft. Kaede und Taisin sind noch in der Ausbildung und ohne Schwur zum Zölibat.

Im Königreich herrscht schon sehr lange eine Schlechtwetterfront, die schlechte Ernte hervorbringt. Das Volk leidet Hunger. Taisin hat eine Vision, die zeigt, dass Kaede wichtig ist, um das Königreich zu retten und sie beide dazu unterwegs sein müssen. Und als die Feenkönigin den König zu sich einlädt, ziehen der Sohn des Königs, Taisin, Kaede und drei LeibwächterInnen los.
Kaede trainiert auf der Expedition das Messerwerfen mit einem Eisenmesser und sie lernt Bogenschießen. Das Eisenmesser mit einer besonderen Fähigkeit den Feenwesen gegenüber hat sie von Fin geschenkt bekommen.
Taisin muss ihre Kenntnisse als Heilerin und Magierin bei einem Feen-Wechselbalg und bei verwundeten Reisebegleitern einsetzen.

Resümee

Das schlechte Wetter ist in Huntress zu spüren: Die Kälte, das Unangenehme. Kleidung, die nicht richtig trocken werden kann. Haut, die nicht mehr gebräunt wird.
Ungewohnt und spannend fühlte sich die Jagdbeschreibung und die Beseitigung diverser böser Geister an. Die Charakterzeichnungen sind tiefsinnig schön. Die Reife und Zuneigung der beiden 17jährigen Mädchen ist fühlbar, vor allem in der großen Entscheidung, die sie am Ende des Buches treffen.

In Ash sind Märchen-Elemente vorhanden, diese werden aber neu und mit einer schönen Art von Realismus genutzt. Ich mag die Art und Weise, wie der Vater durch die Brille seiner Witwe dargestellt wird. Ash trauert nicht um ihn, sondern betrauert ihre Heimatlosigkeit durch den frühen Tod ihrer Mutter. Sie wird erwachsen in der Geschichte, arrangiert sich mit ihrem Schicksal und trifft Entscheidungen. Am Ende findet sie - und da es ein Märchen ist, ist dieser Hinweis kein Spoiler - ihr Zuhause. Beide Bücher sind absolut wieder lesenswert.

Danke für diesen Buchtipp @Schatzi1. :wave:

Ash
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: PAN (2. November 2010)
Sprache: Deutsch        









Huntress Gebundene Ausgabe: 384 Seiten Verlag: Little, Brown Books for Young Readers; Auflage: 1 (5. April 2011) Sprache: Englisch  












Malinda Lo ist eine US-amerikanische Schriftstellerin mit chinesischen Wurzeln. Sie schreibt Abenteuer- und Fantasygeschichten mit Mädchen/ Frauen in den Hauptrollen. Bisher erschienen sind Ash, Huntress, Adaption und Inheritance. Lo forscht auch über Vielfalt in der Jugendliteratur und im Verlagswesen.

Sonntag, 2. November 2014

Meine Tweets zur Buchmesse am 11. Oktober 2014 II











Samstag, 1. November 2014

Meine Tweets zur Buchmesse am 11. Oktober 2014 I






Sonntag, 26. Oktober 2014

Meine Tweets zur Buchmesse am 10. Oktober 2014








Sonntag, 19. Oktober 2014

Meine Tweets zur Buchmesse vom 9. Oktober 2014









Sonntag, 12. Oktober 2014

Buchmesse: Nachgedanken

Frankfurter Buchmesse: Erneutes Besucherminus | Buchmesse - Hintergrund - Frankfurter Rundschau http://www.fr-online.de/hintergrund/frankfurter-buchmesse-erneutes-besucherminus,24549698,28714446.html … via @FRonline
19:39 - 12. Okt. 2014

Naja... Die Buchmesse hat an manchen Stellen wirklich nichts mehr mit Buch zu tun. Und für die Aussteller werden die Mieten unbezahlbar.
19:40 - 12. Okt. 2014

Zum Beispiel: Das Comiczentrum mit schönen bunten Veranstaltungen gab es nicht in dieser #fbm14
19:41 - 12. Okt. 2014

Es präsentieren sich - immer größer - die GROSSEN Verlage. (... und Handytechnikanbieter) *duckundwech*
19:42 - 12. Okt. 2014

Im Prinzip weiß ich nicht, warum es weniger #fbm14-Publikum wird. Auf der anderen Seite: es können auch nicht immer mehr werden. Wird enger.
19:44 - 12. Okt. 2014

Ach egal.
19:45 - 12. Okt. 2014

Mittwoch, 6. August 2014

Lesbisch für Anfängerinnen


Der Buchtitel hat es in sich. Als ich erzählte, was ich gerade lese, wurde ich gerne gefragt, ob es sich bei den Büchern um Selbsthilfebücher handeln würde. 

Nein, keine Selbsthilfebücher. 
Es sind Romane. 
Aber sie zeigen einen schönen Einblick in die Lesbenszene. Für Frau, die diese noch nicht kennt und noch etwas Berührungsängste hat, eine gute Art und Weise sich der Szene zu nähern.

"Lesbisch für Anfängerinnen" ist eine schöne Soap Opera aus der Lesbenszene in Buchform. Zur Buchreihe "Lesbisch für Anfängerinnen" ist unterdessen der dritte Teil "Damenwahl" herausgekommen.

* * *

Lesbisch für Anfängerinnen: Willkommen in der WG!

Ich habe den ersten Teil von Lesbisch für Anfängerinnen gelesen. Kann jetzt Hörbuch und Buch vergleichen. Beide sind okay.

Tina, eine Hetera, will sich Hals über Kopf von ihrem Freund trennen. Was heißt, sie will so schnell wie möglich aus der gemeinsamen Wohnung raus. Durch Zufall und ein Missverständnis - sie hielt das verschlungen dargestellte Frauenzeichen für ein Viele-Frauen-Zeichen - landet sie in einer Lesben-WG. Nach anfänglichen Vorbehalten auf beiden Seiten wächst sie in die WG und auch in die Lesben-Szene hinein. Dabei macht sie sich Gedanken, ob sie eventuell auch lesbisch sein könnte, weil sie immer mal wieder an diese Astrid denken muss.

Die Geschichte ist für mich keine Haute Cuisine, aber sie ist ein leckerer Eintopf: Einfach und alles ist drin.
Beim Lesen hatte ich immer Bilder von meinen Erlebnissen aus Frankfurt vor Augen. Okay, ein Lesbenkulturhaus haben wir nicht. Dafür ein Lesbischschwules Kulturhaus. Aber sonst kam mir alles so vertraut vor. Die Arbeit in Lesbenprojekten, in Lesbengruppen. Das Zusammentreffen der Lesben.

Was ich jedoch beim Lesen verrückt fand war, dass die Darstellung des Prickelns zwischen Tina und Astrid sehr bemüht herüber kam. Ich las mehr Erotik bei den Situationen mit Vera, eine Frau, die Tina auf ungewöhnliche Weise kennenlernte oder mit Susanne, eine Mitbewohnerin der WG. Gewollt ist halt nicht alles. Und vielleicht waren Tinas Gedanken zum Lesbischsein und ob sie nun Gefühle für Astrid haben könnte, nicht sehr hilfreich für die Leserin sich ins Geschehen einzulassen. Bei den anderen Frauen beschrieb die Autorin nur das Geschehen und kein weiter gehendes Nachgrübeln und das Vertrauen der Frauen untereinander war rauszulesen.

Mal sehen wie es sich weiter entwickelt. Hab ja noch Teil 2 als Hörbuch und Teil 3 als Buch vor mir.

Lesbisch für Anfängerinnen: Willkommen in der WG!
Celia Martin
Broschiert: 216 Seiten
Verlag: Butze Verlag;
Auflage: 3 (August 2010)
Sprache: Deutsch
* * *

Lesbisch für Anfängerinnen 2. Cappuccino-Küsse

Der zweite Teil lag mir nur als Hörbuch vor.
Tina macht gemeinsam mit Henriette von Lojewski, Inhaberin eines Cateringservice und Herausgeberin eines Luxusgourmentjournals eine Geschäftsreise nach Italien, um die Geheimnisse der italienischen Küche für einen Artikel zu recherchieren. Tina schnuppert noch neben ihrem eigentlichen Job in der Versicherung in diese neue kulinarische Branche. Es läuft alles gut beruflich. Privat hingegen gibt es Durcheinander: die Eltern trennen sich, die Mutter zieht bei ihr ein und lernt dadurch einen netten Nachbarn von Tina kennen, dessen Tochter nun auch noch lesbisch ist. Aber Tina hat ihr Coming Out vor ihrer Mutter noch vor sich und eine Freundin, die sie nun nicht nach Hause einladen kann. Dadurch fährt die Beziehung mit Astrid Achterbahn, da Astrids Ex sich nicht als Ex begreift. Auch gibt es Geheimnisse, die Astrid vor Tina verbirgt.

Es gibt also sehr viele Geheimnisse.
Noch mehr Annahmen.
Und die Frauen reden nicht miteinander.
Beim Anhören hoffte ich unentwegt, dass sich Tina und Astrid trennen. Wieder war mehr Erotik und Nähe zwischen Tina und diversen anderen weiblichen Charakteren zu spüren als bei diesen beiden.
Naja.

Hörbeispiel:


Lesbisch für Anfängerinnen 2. Cappuccino-Küssevon Celia Martin (Autorin), Christiane Marx (Erzählerin)
Spieldauer: 6 Stunden und 5 Minuten
Format: Hörbuch
Verlag: Butze Verlag

* * *

Lesbisch für Anfängerinnen 3: Damenwahl

Diesmal geht es kommunalpolitisch zu: Im Rahmen der Gentrifizierung soll ein Stadtteil neu gestaltet werden. Gerüchten nach soll das Frauenkulturhaus geschlossen, bestehende Wohnungen sollen wertvoller gemacht werden. Dazu müssen natürlich die alten Mieterinnen raus. Diese hätten eigentlich ein Recht, eine gewisse Zeit in Anspruch zu nehmen, um sich eine neue Wohnung zu suchen. Aber es soll schneller gehen. Also werden Krachmacher in leere Wohnungen gesetzt, die das Wohnen im Haus reichlich ungemütlich machen. Dies trifft aus der Lesbenclique Käthe.

Aber nicht nur im Wohnbereich wird Käthe gebeutelt: die Ex von Käthe, die zusammen mit ihr das Frauenkulturhaus aufbaute, hat unterdessen Karriere gemacht und ist Kandidatin für eine Konservative Partei. Zu Zeiten mit Käthe setzte sie ihr Talent für das FKH ein – ein Projekt, das ihr sehr am Herzen lag. Nun "mauschelt" sie mit der Presse, um so in einem guten Licht für die kommende Wahl zu stehen. Gleichzeitig ist auch ihre Partei an diesem Wohnungsdingens beteiligt, so dass die Freundinnen alles daran setzen, in ihre Nähe zu kommen, um so etwas über die Zukunft des FKH zu erfahren. Hierzu ist es gut, dass Tina unterdessen Karriere im Bereich der Presse und Cateringservices machte.

Was haben wir noch für dieses Lesbisch für Anfängerinnen? Weniger Verwicklungen. Diesmal ist es klar, dass sie ohne Informationen nicht wissen können, was Sache ist. Und sie kämpfen für ihre Sache. Auch wenn hierfür ein Ausrutscher der Politikerin genutzt wird.

Gelernt habe ich von dem ungeschriebenem Gesetz der Lesben: Du outest keine Lesbe –- auch wenn sie deine politische Gegnerin ist.

Lesbisch für Anfängerinnen 3: Damenwahl
Celia Martin (Autorin)
Broschiert: 220 Seiten
Verlag: Butze Verlag;
Auflage: 1 (27. Juni 2014)
Sprache: Deutsch

Sonntag, 15. Juni 2014

Sappho II

Knapp drei Wochen nach dem mystriösen Tagebucheintrag stellt sich heraus, dass die jugendliche Autorin noch keine Kenntnis über die Texte von Sappho haben konnte.
Freitag, den 1. VII. '83

Salve!

Anscheinend können es die Normalen ehrlich nicht ertragen, Sappho. Am Tisch gab es wieder ein Gespräch von Freund und Männer. Ich meinte, ich wollte von solchen Kreaturen nicht abhängig sein. (...) 

Soll ich die blöde Situation endlich aussprechen oder immer noch um den heißen Brei herumreden. '- Ja, ich wage mich, ich liebe ein Mädchen, auch wenn es euch nicht passt und jetzt werde ich die Umschläge von den zwei Büchern abmachen und meinen Namen hineinschreiben. Sappho, dich hab ich endlich. Verdammt, warum waren die Menschen nur so dumm und haben deine Stücke zum Teil vernichtet. Aber du hast überlebt, nein, du wirst nicht vergessen, auch wenn so wenige Leute dich nur kennen. Dein Name währt ewig, auch wenn manchmal ein negativer Inhalt ihm zugute kommt. Aber warum soll man nicht in Leidenschaft zu einem Mädchen entbrennen? Was ist schlimm daran? Man kann doch jeden Menschen lieben, warum sind die Normalen nur so verkorkst? Nicht wir sind es, die das ganze schlecht machen, denn auch unsere Liebe ist rein und echt. Auch wenn es euch nicht passt, wir können und wollen auch lieben dürfen. (...)

Ave für heute.
Die zwei in diesem Tagebucheintrag mit blindem Schutzeinschlag versehenen Bücher kaufte die junge Autorin auf dem 20. deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover 1983 (8.-12. Juni 1983). Eines davon ist das von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg: Tabu Homosexualität – Die Geschichte eines Vorurteils, Frankfurt am Main 1978. Ein Buch, das sich auch heute noch im Bücherschrank der alten Autorin befindet.
Das zweite war des Aufhebens nicht wert.

Das im Tagebucheintrag mit "Sappho, dich hab ich endlich." gemeinte Buch war Sappho: Strophen und Verse übersetzt von Joachim Schickel, herausgekommen 1978, deren Texte nun endlich von der Autorin genossen werden konnten.


Weiterführende Links
  • Über das Buch Tabu Homosexualität Artikel auf en.wikipedia.org (engl.)
  • de.wikipedia.org Gisela Bleibtreu-Ehrenberg
  • Lyrikzeitung & Poetry News: Selanna: vergleicht eine Sappho-Originaltextstelle mit unterschiedlichen Texten diverser Übersetzerinnen (darunter auch Schickel)

Dienstag, 10. Juni 2014

Lesbenliteratursalon im Juni. Thema: Rita Mae Brown

21.05.1992: Lesung Rita Mae Brown: "Schade, dass du nicht tot bist" in der Buchhandlung Heinz Schutt, Frankfurt; Foto: irgendeine Userin
Vor 22 Jahren war ich auf einer Lesung von Rita Mae Brown. Was ich nicht erinnerte, war die Tatsache, dass sie damals ihren ersten Katzenkrimi vorstellte. Was ich erinnerte war, dass sie an diesem Abend aus Rubinroter Dschungel vorlas. Katzenkrimis waren damals nicht so mein Thema.
Manches kommt halt wieder.

Lesbenliteratursalon

Am ersten Sonntag im Juni war Lesbenliteratursalon. Diesmal hatten wir uns als Thema Rita Mae Brown auserkoren. Drei Bücher von ihr wurden vorgestellt:
  • Rubinrote Rita: Eine Autobiographie
  • Einen ihrer Katzenkrimis
  • Dolley. Das Leben einer First Lady, (Dolley Madison, First Lady der USA von 1809 - 1817)
(Auf die Autobiographie wurde ich durch die Vorstellung im Salon so neugierig, dass ich mir diese nun auch bestellt habe.)

Katzenkrimis

Ich habe mich für den Lesbenliteratursalon mit einem ihrer Katzenkrimis beschäftigt. Mittlerweile gibt es schon 20 Bände der Mrs. Murphy-Reihe auf deutsch.

Ich recherchierte im Netz zu Katzenkrimis und wurde durch weitere neue Erkenntnisse überrascht: Mir war nicht bekannt, dass sich die Tradition der Katzenkrimis auf den Altmeister Edgar Allan Poe gründet, der 1843 die Kurzgeschichte Der schwarze Kater schrieb. Auch wusste ich nicht, dass es eine Berliner Katzen-Krimi-Nacht und einen Deutschen-Katzen-Krimi-Preis gibt. Jetzt weiß ich es durch Kater Paul.

In Erwartung lustiger Lektüre, ich hatte andere Bücher von Rita Mae Brown gelesen, bestellte ich mir drei Katzenkrimis wegen der Titel: Ruhe in Fetzen, Virus im Netz und Mausetot. Gelesen für den Lesbenliteratursalon habe ich nur einen. Es ist der zweite Band in der Reihe. Nach allem, was ich so an Rezensionen fand, soll es der gruseligste in der Reihe sein. Okay, das weiß ich nicht, weil ich habe ja die anderen Bände nicht gelesen.

Ruhe in Fetzen. Ein Fall für Mrs. Murphy

Crozet, ist eine kleine Stadt in Virginia. Hier lebt die vor kurzem geschiedene Mary Minor Harristeen, genannt Harry, ganz zufrieden. Sie verbringt ihre Freizeit auf ihrer Farm und arbeitet bei der Post, wo zentral die Nachrichten über die Vorgänge ihrer Nachbarn zusammenführen. Ihre Katze, Mrs. Murphy und der Welsh Corgi Tee Tucker, begleiten Harry fast überall hin.

Nachdem Blair Bainbridge, ein männliches Modell aus New York und ein Yankee, in der Stadt ankommt, findet sich - durch die gute Nase von Tee Tucker und der Besonnenheit von Mrs. Murphy, die den Hund davon abhält das Fundstück gleich zu verschlingen - kurze Zeit später auf seinem Grundstück diverse Leichenteile.

Mein Leseerlebnis

Leider muss ich sagen, dass mich das Lesen des Krimis eben nicht dazu ermunterte die anderen Bücher, die ich mir auch bestellt hatte, lesen zu wollen.
Dies mag an der langatmigen Beschreibung einer Fuchsjagd oder dem Alltagsleben einer Kleinstadt im Süden der Vereinigten Staaten oder der holprigen deutschen Übersetzung liegen. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall gingen Katze, Hund, Pferde, das Oppossum und die Schlange - die Eule schon - nicht an mich. Auch bei den menschlichen Charakteren fand sich keine für mich zum Liebhaben. Ich las zuviel von Heteroverkuppelungsversuchen, von wie sich eine geschiedene Frau zu verhalten habe, wie Rock und Hose doch Harry kleiden können, so dass das Thema des Krimis mich leider kalt ließ.

Ich weiß aber, dass andere Leserinnen nicht genug von der Mrs. Murphy-Reihe kriegen können.



Ruhe in Fetzen
Rita Mae Brown, Sneaky Pie Brown
Verlag: Rowohlt Tb.;
Auflage: 76 bis 90 Tausend (1996)
Sprache: Deutsch

Freitag, 6. Juni 2014

Sappho I

Montag, den 6. VI. '83
Salve!
Wenn das stimmt, was ich denke, was ich bin, weißt du, dann steht es ziemlich schlecht um mich. Beim Spaziergang ist mir aufgegangen, daß ich nicht ganz normal bin. Du, ich begehre ein Mädchen und weißt du, was das heißt, ich bin lesbisch! Sappho, Sappho, was mach ich nur? Ich hoff nur, daß das nicht stimmt. Aber ich hab sie so lieb. Ich muß mich mit dem Gedanken abfinden. Das ist wohl der einzige Weg. Die Kunst muß einfach zu meiner Geliebten werden. Ansonsten seh ich da keinen Ausweg.
Ave, für heuteEin mysteriöser Tagebucheintrag einer Teenagerin von vor 31 Jahren. Die Schreiberin spricht eine uralte, imaginäre, jedoch auf einer realen Person basierende, Lyrikerin an.
Die Autorin kann damit leben, dass Sappho als Namensgeberin für die sapphische Liebe steht. Sie hat kein Problem damit, dass der Wirkort der Lyrikerin - Lesbos - das Wortgrundgerüst für die Bezeichnung homosexueller Frauen ist. Aber mit der negativen Konnotierung in Abgrenzung zur "Normalität" hat die junge Schreiberin ein unerwünschtes Thema mit in der Persönlichkeitsfindung.
Ruheort Text, in dem Verzweiflung und Sehnsucht nebeneinander stehen können.

Mittwoch, 20. November 2013

Julie Maroh: Blau ist eine warme Farbe

Blau ist eine warme Farbe
Autorin: Julie Maroh
Taschenbuch: 156 Seiten
Verlag: Splitter;
Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2013)
Sprache: Deutsch

Inhalt

Clementine ist 15 als sie die blauschopfige Emma das erste Mal im Vorbeigehen sieht. Clementine ist gerade auf dem Weg zu einem Treffen mit einem Jungen, weil ihre Freundinnen sie mit dem Argument zu diesem Treffen drängen, dass dieser ja schon auf der Oberstufe sei. Clementine hat tatsächlich einen wunderschönen Tag mit Thomas. Kann aber die blauhaarige junge Frau nicht vergessen und träumt in der Nacht von ihr. Sie kann nicht glauben, wie sie von ihr geträumt hat und trifft sich deshalb mit Thomas weiter. Weil,

"Ich bin ein Mädchen, und ein Mädchen muss mit einem Jungen gehen."
S. 20

Die Gedanken, die sie in ihrem Tagebuch niederlegt, kreisen immer wieder um das Thema Normalität. Sie geht auf Demos. Sie kommt zu spät Nachhause. Sie hat Krach mit ihrer Mutter. Und sie träumt immer noch von der blauhaarigen Frau. Clementine ist unterdessen 16 geworden. Sie beginnt sich zu fragen, ob es nicht auch andere Mädchen gibt, die dasselbe fühlen. Ein Vorfall mit einer Schulkameradin lässt sie das Gefühl bekommen, dass es sie gibt. Aber schon einen Tag später stellt sich alles als ein Missverständnis heraus. Aufgewühlt verlässt sie die Schule und wird durch Valentin aufgehalten. Dieser schwänzt mit ihr die Schule, um hinter die Fassade ihrer Verwirrung zu kommen. Dabei erzählt er, dass auch er schon mal mit einem Junge geflirtet habe.

Ein paar Wochen später ziehen Clementine und Valentin durch die Homokneipen. Unterwegs trennen sich die Wege und Clementine folgt einer Gruppe Frauen in eine Lesbenkneipe. Beim Blick durch die Menge schimmert es zuerst nur blau... Dann hat Clementine ein freies Blickfeld und sie sieht die blauhaarige junge Frau, von der sie schon ein ganzes Jahr träumt. Das Aufmerken ist beidseitig.

Am nächsten Morgen wird die blauhaarige Emma vor der Schule wartend von den Schulkameradinnen entdeckt und gleich als Lesbe identifiziert. Clementine zieht Emma erschrocken weg aus dem Blickfeld der anderen. Emma ist brüskiert und entschuldigt verabschiedend, dass sie wohl etwas missverstanden habe. Clementine hält sie rufend auf, Seite 55:

Weitere Ansichtsseiten auf splitter-verlag.eu

Zeichnungen

Das Comic ist fantastisch gezeichnet. Maroh gelingt es, die Emotionen der Figuren gut durch die Bilder zu transportieren. Auch der Einsatz der Farbe unterstreicht dieses Vorgehen. Für die Zeichnungen der Gegenwart hielt sie alles in bunt, für die Zeichnungen für die Vergangenheit wählte sie schwarz/weiß.
Spontan schrieb ich mir auf: Ein schönes Gefühl mit schönen Bildern schön gezeichnet.

Was die Wahl der Farbe Blau angeht, so erzählt Maroh auf After Ellen:
Regarding the choice of the color blue in particular, it was nothing more than a graphic decision. By process of elimination, I knew that all the other colors wouldn’t work. The blue was simply the most neutral and efficient one to use.

Quelle: afterellen.com Julie Maroh on creating “Blue is the Warmest Color”

Meinung

Maroh beschreibt das wachsende lesbische Begehren eines Mädchen. Sehr detailliert wird die Angst davor und die Bestätigung der Angst durch die Homophobie der Umwelt beschrieben. Das immer wieder Schwanken, Verneinen des Begehrens - es ist für viele Lesben so bekannt. Es ist nicht wichtig, ob Maroh autobiographisch gearbeitet hat - sie verneint dies und ich glaube ihr das. Das Comic enthält für so manche Lesbe autobiographische Ansätze. Und die anderen, die dies nicht kennen, können lesen, dass der Weg zum Coming Out nicht der leichteste ist.

Der Detailreichtum verliert sich etwas zum Ende. Ob Maroh endlich abschließen wollte, weil sich schließlich auch ihr Studium dem Ende neigte? Sie zeichnete an dieser Geschichte in ihrer Freizeit seit Beginn ihres Studiums mit 19. Sie arbeitete fünf Jahre an der Geschichte.

Ja! Comic und der diesen Comic adaptierende Film haben diverse Preise erhalten. Egal.

Das Comic ist eine schöne künstlerische Meditation zum Thema Coming Out. Mir gefiel das.

Mittwoch, 13. November 2013

Sketch-Hunting

Ich schrieb am 25.10.2010 zum Sketch-Hunting folgendes:
Viele, viele Fans waren unterwegs, um Sketche zu sammeln. Ich machte mir während der Messe deshalb auch so meine Gedanken, wie ich weiter mit dem Thema Sketch-Hunting verfahren möchte. Ich hatte ja schon vorher die Regel aufgestellt: Für jede/n Kunstschaffende/n nur eine Zeichnung. So gewinne ich etwas Zeit, da ich nicht bei jedem Signiertermin aufwarten muss und möchte. Aber, so überlegte ich, wie lange will ich das denn noch machen? Mein derzeitiges Sketch-Buch wird das einzige bleiben, ist jetzt vorerst der Plan. Mal sehen.
Meine Signiertermingeschichte auf Ja! Es sind Comics!

Sonntag, 10. November 2013

Christine Brückner: Das eine sein, das andere lieben

Das eine sein, das andere lieben.
Autorin: Christine Brückner
Broschiert: 176 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (1983)
Sprache: Deutsch


Inhalt.
Schön kurz und knapp wird der Inhalt auf dem Buchrücken von "Das eine sein, das andere lieben" von Christine Brückner beschrieben:
Auf einer Bahnreise lernt die Schriftstellerin P. einen jungen Mann kennen, der ebenfalls mit Literatur zu tun hat, jedoch weniger erfolgreich ist als sie. Auf der Rückreise sitzt ihr dieselbe Person gegenüber, aber diesmal als Frau. Mario oder Marion - das ist die Frage. Hier wechselt jemand die Rollen, will das alte Geschlechterspiel nicht mitspielen.
Die Schriftstellerin ist so fasziniert von dieser Person, die sie bald als "ihre" Person bezeichnet, dass sie sich von ihr die Erlaubnis einholt, Nachforschungen anstellen zu dürfen und letztendlich auch das Angebot macht, mit an den Lesereisen als Assistenz teilzunehmen.

Zwei in einem und die Grenzen.
Mario(n) stellt ziemlich früh im Roman fest:
"Sie nehmen das alles viel zu ernst. Das Männerspiel, das Frauenspiel."
Quelle: S. 74, Brückner, a.a.O.
Dennoch ist P. von ihrer "Person" fasziniert und möchte alles über sie erfahren. P. ist der Meinung, dass
"(d)ie Überbewertung der Sexualität (...) durch diese Person ebenso absurd gemacht (wird) wie das überbewertete Rollenverhalten von Mann und Frau. Sie spielt beide Rollen!"
Quelle: Brückner, a.a.O. S. 93
Das Spiel mit den Rollen kommt jedoch auch in Grenzbereiche. So hält ihr ihr Ehemann im Gespräch über das Schreibprojekt einen Spiegel vor:
"Ich rate dir von diesem Projekt ab. Für gleichgeschlechtliche Liebe hast du nach meinen bisherigen Erfahrungen kein Gespür."
Quelle: Brückner, a.a.O. S. 95
P. lässt sich davon nicht beeindrucken. Das Geschlechtliche, die Sexualität soll in der Annährung an ihre "Person" außen vor gelassen werden. Dass eine Grenze in P.s Vorstellung erreicht wird, ist dann festzustellen, als Mario(n) ihr erklärt, dass sie schwanger sei. P. zieht sich emotional von Mario (sic!) zurück. Ihre Enttäuschung wird bei einem Telefonat mit ihrem Ehemann von diesem benannt:
"Was hast du? Was ist mit dir los?"
"Mario" - wieder ließ sie das 'n' weg - "ist schwanger."
"Trifft dich das?"
"Ja."
Quelle: Brückner, a.a.O. S.174
Die Schriftstellerin P. lässt sich auf die Irritation, die Mario(n) in ihr auslöst, solange ein, bis etwas geschieht, dass ihre "Person" geschlechtlich festlegt:
"Irgendwoher. Immer willst du wissen, woher. Und ich weiß nicht einmal, wohin."
"Ich habe dir keine Antworten versprochen. Wer schreibt -"
"Stellt alte Fragen neu! Damit redet ihr euch heraus. Du schreibst. Ich lebe. Von nun an habe ich keine Wahl mehr."
Brückner, a.a.O. S. 174
Das Muttersein lässt Mario(n) nicht mehr die Wahl, mit den Geschlechtsrollen zu spielen. 1981 im Roman von Christine Brückner. Und heute?

Leseerlebnis.
Das generische Maskulinum, welches ich hier anmerkte, war zwar vorhanden, aber Brückner hat es hingekriegt, dass dies beim Lesen in den Hintergrund gerät. Spannender war es da, mitzubekommen, wie sie sich ihrer "Person" nähert: Sie befragt die Mutter. Sie geht zum Standesamt. Sie korrespondiert mit alten Lehrern (sic!). Sie lässt sogar Horoskope erstellen.

Manches empfand ich als heftig: War es damals echt so leicht, auf's Amt zu gehen und Auskünfte zu erhalten? Anderes fand ich witzig: Horoskope! P. lässt einen Astrologen Horoskope erstellen und macht dies nicht als Unsinn nieder, sondern beschreibt Astrologie so wie ich es beschreiben würde, müsste ich es denn erklären.

Gestolpert bin ich beim Thema Laufen. Mario(n) trainiert einen homosexuellen Regisseur, um diesen von seiner Lust auf Mario abzulenken. Okay, vielleicht hat Brückner bzgl. Laufen jemanden gefragt, der/die sehr gut im Laufen ist - aber fünf Minuten für den Kilometer ist für einen kurz zuvor untrainierten Mann ein ganz schön heftiges Ziel.

Als ich so über die faszinierende Irritation der Schriftstellerin nachdachte, ist mir mein Erlebnis mit Legolas aus dem ersten Teil Der Herr der Ringe eingefallen. "Enttäuscht" wurde meine Irritation dann, als der Schauspieler Orlando Bloom im nächsten Film eine eindeutige Rolle und Maske hatte.

Resümee.
Ich habe das Buch Anfang der 80iger Jahre gelesen. Und auch jetzt noch hat es mich gefangen genommen. Für ein Buch, welches 1981 geschrieben wurde, hat es schön die Ambivalenz der interessierten Umwelt näher gebracht und bringt damit weitere Denkanstöße.
Es wird in meinem Bücherschrank verbleiben. Und vielleicht lese ich es ja in 30 Jahren wieder.

Weiterer Link zum Buch auf diesem Blog:
Vorbereitung zum Zweitbesuch eines Buches: Brückner - Das eine sein, das andere lieben

Sonntag, 27. Oktober 2013

Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque

Mir ist das Verlagsprogramm des Zaglossus-Verlages eher mit wissenschaftlichen Themen aufgefallen. Auf der Buchmesse lernte ich, dass ihr Verlagsprogramm weiter gefächert ist.
Es gibt für Lesben sehr viele Geschichten mit Coming Outs und sowieso Liebesgeschichten. Meine Lesemotivation solcher Bücher geht gegen Null.
Die Beschreibung des Buches Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque aus dem Zaglossus-Verlagsprogramm machte mich neugierig und ich nahm mir Zeit für einen Science Fiction, der "queer durch die Galaxie" führt.

Inhalt
Helen Hayer ist Miss Universe. Der nächste Wettbewerb steht an. Die Vorraussetzungen, um an Misswahlen im Jahr 2848 teilzunehmen, haben sich derart verändert, dass Aussehen nicht mehr wichtig, jedoch Intelligenz gefragt ist. Den Titel hat Hayer bereits fünfmal errungen. Diesmal möchte sie alles daran setzen, damit der Titel an ihr vorüber geht. Denn sie will ihre Zukunft anders gestalten. Marissa Applegate, die Leiterin und Besitzerin des Großkonzerns Applegate Inc. hat andere Pläne. Für sie ist Hayer das Marketingmoment, so dass Applegate die vielbeachtete Weltraumkapitänin Christine de Castelbaraque beauftragt. Sie soll Hayer begleiten, damit diese und ein wertvolles Amulett unbeschadet den Wettbewerb auf Eden erreichen. De Castelbaraque hegt eine starke Abneigung gegen die Funktion Hayers als Miss Universe und sie lässt Hayer dies spüren. Der Versuch den Auftrag nicht annehmen zu müssen, schlägt fehl. Schon bald sind Hayer und de Castelbaraque auf dem Raumschiff Agina V unterwegs nach Eden. Das Abenteuer beginnt als beide entführt und mit neuem Auftrag bestückt, quer durch die Galaxies die Horax-Tafeln finden müssen, um Schaden von der Erde fernzuhalten.

Resümee
Meine Einstellung zum Roman veränderte sich nach Lesebeendigung von mal zu mal.
Manchmal habe ich mir gewünscht, dass die Figuren ernsthafter sind. Dann waren die Charaktere wieder okay.
Ein bisschen anstrengend fand ich das Lesen der Schlusskapitel, deren Reihenfolge ich ein klein wenig geändert hätte. Es waren sehr viele Informationen, die die Autorin für die Leserin da vorhielt. Als Leserin ist frau nicht so in der Geschichte, wie als Schreiberin.
Jedoch, ich mag Zeitsprünge - zeitliche Doppelung, unterschiedliche Universen - gleichzeitige Doppelungen und Kuriositäten - ich habe mich köstlich über das Auftauchen der Waschmaschine amüsiert, deshalb fühlte ich mich der Kniffligkeit der vielen Ebenen im Buch gewachsen.
Dass am Ende doch noch eine kleine Liebesgeschichte vorkam, fand ich passend.
Auf jeden Fall war das mal eine etwas andere Geschichte.
Und falls eine mal Lust hat, über die Sinnigkeit der Reihenfolge der Schlusskapitel zu diskutieren... Fühlt euch eingeladen, hier zu kommentieren.

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Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque
von Judith_Jennewein
Broschiert: 292 Seiten
Verlag: Zaglossus;
Auflage: 1 (7. Juni 2013)
Sprache: Deutsch




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Weitere Infos:


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Nachtrag im Tagebuch 17. November 2013
Was nervt mich eigentlich bei diesem Weltraumabenteuer? Die Figuren werden nicht ernst genommen. Die Charaktere könnten in jedes Thema gepresst werden, weil sie nicht in die Zeit passen. Die einzigen, die in die Zeit zu passen scheinen, sind die beiden Wissenschaftler, die die Protagonistinnen in den 50igern Jahren antreffen.
Raumdarstellung ist auch ein schwieriges Thema. Wirklich gelungen, dünkt mir, ist es nicht im Buch. Nur einmal, als die Orientierungslosigkeit des Schwebens beschrieben wurde, da wirkte es authentisch. Vielleicht weil es da so passte?
Über das Thema Mann_Frau, Mutter_Vater-Figur fange ich gar nicht erst an. Mir stellte sich die Frage, ob dieses Faktum für den Roman nötig war. Die Antwort war eindeutig. Und so war das Thema verschenkt.
Letztendlich bleibt: Gute Ansätze, die aber nicht konsequent verfolgt werden. Hin und wieder blitzt Genialität auf (Waschmaschine). Das ist doch auch schon was!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Vorbereitung zum Zweitbesuch eines Buches: Brückner - Das eine sein, das andere lieben

Ich statte nunmehr als alte Dame einem Buch einen zweiten Besuch ab. 1984 - ich war 18 Jahre alt - hatte ich es als Taschenbuchausgabe gekauft und auch gelesen.

"Das eine sein, das andere lieben" sagt am Ende des Romans eine heterosexuelle Frau von sich, weil sie Männer liebt, aber kein Mann sein will.