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Freitag, 30. Oktober 2020

Zum Feierabend: Bleiben Sie gesund!

Dieser Wunsch "Bleiben Sie gesund!" wird mir gerne in Antwortmails von Kolleginnen geschrieben. 
Als Chronisch-Kranke muss ich immer schmunzeln.
JA, ich bemühe mich.
Und das meine ich ernst.
Ich erfreue mich des bestmöglichen Gesundheitszustandes und fühle mich damit wohl. :-)

* * *

Ich bin bei der online Suche nach dem Thema Gesundheit mal auf dies gestoßen. Es geht um WOHLBEFINDEN und nicht um die absolute Abwesenheit von Krankheit:

Die WHO definierte 1948 Gesundheit wie folgt:

"Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung."

Quelle: DocCheck Flexikon, Stichwort Gesundheit



Donnerstag, 29. Oktober 2020

Mein Totemtier?

Ich fragte, resp. bat, in der heutigen Meditation um die Ansicht meines Totemtiers und erhielt dies:

Braunkehl-Faultier (Bradypus variegatus)
Braunkehl-Faultier (Bradypus variegatus)

Außer, dass ein Faultier eine ewige Grinsebacke ist, was sagt mir das Faultier?

Das ist ja mal eine feine Antwort: 
schamanen-garten.de: Krafttier Faultier: In der eigenen Mitte bleiben.

* * *

Totem ist ein Begriff aus der Ethnologie für Symbole oder Gruppenabzeichen, die eine mythisch-verwandtschaftliche Verbindung zwischen einem Menschen bzw. einer Gruppe und einer bestimmten Naturerscheinung darstellen. Die Naturerscheinungen sind häufig Tiere oder Pflanzen, jedoch auch Berge, Flüsse, Quellen und ähnliches. Die „Verwandtschaft“ bezieht sich auf die Eigenschaften oder Verhaltensweisen dieser „Vorbilder“, jeweils verbunden mit bestimmten Verhaltensvorschriften für die Träger der Totems.

Quelle: wikipedia

Kinder. Bilder. Erwachsen.

Für mich sind diese kleinen Filmchen keine Werbung, sondern eine Welt wie sie ab und an mal unter Erwachsenen sein dürfte. Glücklich ein Rotkelchen im Gebüsch finden, nachdem das Zwitschern zu hören war, begeistert sein, wenn ein Eichhörnchen den Balkon aufsucht. 

Erwachsene Menschen tun so schrecklich erwachsen, sie wundern und bewundern nicht mehr aus freiem Herzen. Die Welt ist nicht mehr fantastisch und kann mit genialen Ideen noch fantastischer gemacht werden. Irgendwie muss alles einen Grund haben, ein Ziel. Vor allem sind die anderen immer komisch, wenn sie nicht wie sie selbst sind. Es wird alles bewertet.

Ja, ich laufe komisch, ich rede merkwürdig, ich denke rückwärts. Warum nicht?

Und so, es gibt viele leckere Sachen von Storck, Ferrero, Kinder, Lindt, Ritter Sport, Katjes, Bahlsen und noch anderen Marken... 

Diese kleinen Filmchen erwärmen derzeit mein Herz:








P.S.: Einen Spielfilm könnte ich mir nicht damit ansehen.
Aber mal für ein paar Minuten
nicht
so
erwachsen sein.
Das wäre es.

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Schale füllen

Das Bild der Schale treibt mich um. Eine Metapher für die Ressourcen, die gefüllt werden sollte, bevor frau überhaupt anfängt zu geben. 

Was würde meine Schale füllen, fragte ich mich in der heutigen Meditation.
Worte.
Worte, die Geschichten erzählen.
Meine Worte, andere Worte.
Ganz viele Wörter.

Ich begebe mich auf den Weg ins Wortreich.

Seidenhuhn

Silkie - hen

Irgendwie wäre es schön, ein Seidenhuhn mal live zu sehen und vielleicht kurz mal streicheln zu dürfen.
Verrückte Idee.
Kann sein. 

Beschreibung Zwerg-Seidenhuhn auf sv-silkiespolands.de.

Auch in der heutigen Meditation gedacht.

Auch eine Lesbengeschichte

Sie ging weg, um Mutter und Witwe zu werden.




Dieser Satz kam mir in meiner heutigen Meditation. Es steckt eine traurige Geschichte dahinter. 

Montag, 26. Oktober 2020

Social-Media-Detox

Das nahm mit dem Löschen meines Twitter-Accounts seinen Anfang: mein persönlicher Social-Media-Detox. 

WhatsApp nutze ich ja nur für die Familie, dennoch habe ich am Wochenende dort alle technische Benachrichtungsweisen ausgeschaltet.

Heute nun hat mir doch tatsächlich Facebook (FB) im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit geklaut. Es gab absolut keinen Mehrwert. Ich habe ständig die Facebook-Vorschläge weggeklickt. Und in den Gruppen gab es auch nichts wirklich Neues, außer, wie lange Einzelne bei einem bestimmten Protokoll-Arzt mit ihrem Coimbra-Protokoll (CP) in Behandlung sind. Zusätzlich gab es einen Post von CP-Aussteigern. Du erfährst von diesen Leuten dabei keine Hintergründe. Und alles nur der Therapie anlassten, ist mir dann doch zu einfach.  Egal.
Ergebnis zur FB-Erfahrung: Lass. Es. Bleiben.

Weniger die Zeit anderer erleben, mehr meine Zeit leben.
Ich glaube, das wird gut werden. 

Freitag, 23. Oktober 2020

Endlich Wochenende. Ein Traum!

Ich werde nun endlich mich in die Traumwelt des Sandmann begeben können. Am 19. Juli bestellt, wurde die Ankunft immer wieder auf später verschoben. Endlich ist es da. 
Und ja, ich freue mich ein bisschen auf die Gesellschaft der Ewigen. 

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Multiple Sklerose annehmen (Teil 1)

Es war ein langer Weg vom ersten Verdacht vor 30 Jahren, zum zweiten Verdacht vor 3 Jahren, zur Diagnose bis zu dem Satz: "Ich habe Multiple Sklerose."

  • Dezember 1989
    [Anm.: Ich MUSS den ersten Schub im Dezember gehabt haben, denn (...). das Kältegefühl an den Beinen hatte ich definitiv bis zum Besuch der Hausärztin am 19.02.1990. Diese stach mich nämlich mit einer Nadel, um zu prüfen, dass ich statt Schmerz nur noch Kälte an den Beinen wahrnahm. Ich sage heute immer aufsteigendes Kältegefühl, da es mit den Füßen anfing und dann langsam hoch und dann auch die gesamten Beine einnahm. War sehr beängstigend damals.]
  • 13.01. bis 24.01.1990 habe ich "Nerven" und sensitive Störungen im Kalender notiert
  • 23.01.1990-26,01.1990 Muskelzucken am linken Arm
  • 18.02.1990 Die Zeiteinteilung durcheinander wegen ZUSAMMENBRUCH am Schreibtisch.
    Beim Aufwachen rasende Kopfschmerzen und ich liege im Bett (von Mutter und Schwester ins Bett gebracht worden).
    [Anm.: ich hatte Glück im Unglück, dass ich bei diesem Schwindelanfall, der zum Rotieren auf dem Schreibtischstuhl führte und dann zu meinem Sturz, dass ich da nicht auf den geöffneten Ordner gefallen bin, der auf dem Boden lag. Das hätte böse ausgehen können.]
  • 19.02.1990 ich gehe zur damaligen Hausärztin früh morgens. Dann bei komischen Neurologen,
    [Anm.: zu dem ich definitiv nicht mehr hinwollte. Ich glaube, ich durfte sogar ein Taxi nutzen, zum zu diesem zu gelangen. Ekelhafter Typ. Hat mich nicht wieder anziehen lassen, nachdem die Untersuchung beendet war und mit mir noch während ich auf der Untersuchungsliege lag das Arzt/Patientin-Gespräch geführt.]
  • 20.02.1990 Langen Neurologin - Termin abholen?
  • 23.02.1990 10.30 Neurologin Termin grmbl Untersuchungen (-> Augendoktor, Blutuntersuchung, EEG in der nächsten Zeit)
  • 25.02.1990 Und wieder an Krankheit denken... Was ist an meinen NERVEN?
  • 26.02.1990 morgens Blutabnahme bei der Hausärztin, dann Augenarzttermin vereinbaren, Praxis Neurologin ruft an wegen Blutbild
    [das ging damals recht schnell. Hatte aber nicht alles verstanden, was erzählt wurde; im Kalender steht nur Eiweiß]
  • 27.02.1990 13.45 Augenarzt: nichts festzustellen
  • 28.02.1990 EEG; lese Aus der Zeit der Verzweiflung, muss immer noch nach Darmstadt SSEP, VEP und bin begeistert! Ha!
    [Anm.: keine Ahnung, wo und bei wem ich dieses EEG gemacht habe. Eventuell bei der Neurologin?]
  • 28.02.-26.03.1990 Ohrensausen
    [Anm.: Ich möchte wetten, das war so ein merkwürdiges Rauschen. Das hatte ich nämlich bei diesem jetzigen dritten Schub auch für mindestens zwei Wochen.]
  • 02.03.1990
    multiple Sklerose: schubweise fortschreitende Krankheit des Zentralnervensystems mit Degenerationsherden. Symptome: Augen! zittern, Gehunsicherheiten, Lähmungserscheinungen u.a.; Ursache nicht sicher ermittelt.
    Migräne (frz.), anfallsweise wiederkehrender einseitiger Kopfschmerz mit Übelkeit, Erbrechen und Überempfindlichkeit der Sinnesorgane, intrakranieller Arterienverengung, häufig mit Flimmern vor den Augen.
  • 09.03.1990 
    Es gibt drei Möglichkeiten:
    1. Migräne mit schweren körperlichen Begleiterscheinungen (Migraine Accompragnie)
    2. MS 
    3. beides ... HA HA HA !
    Druckempfindlichkeit der Augen
  • 12.03.1990 Burnfield, Alexander - Multiple Sklerose: ein Erfahrungsbericht, Stuttgart/ New York 1988 fertig gelesen.
  • 16.03.1990 Sachs, Oliver: Migräne, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1985 angefangen
  • 21.03.1990 Buch über Migräne beendet
  • 09.04.1990 beim Kollegen Stephan, der uns (mir und Kollegin) die Karten legte!
    [Anm.: das ist eine kleine Nebenepisode. Er las aus den Karten, dass das mit der Krankheit nichts Schlimmes sei und dass ich die Liebe meines Lebens an einem großen Gebäude treffen werde.]
  • 27.04.1990 ab 14.00 unterwegs gen DA-Eberstadt, Heidelberger Str. 379
    SAUER ! Städtische Kliniken Eberstadt
    KRANKENHAUS -> nichts Negatives
    [Anm.: das war dieses SSEP und VEP, vor dem ich so Angst hatte. Stellte sich heraus, tat nicht weh, was nur komisch]
  • 31.05.1990 9.30 Langen Neurologin - umsonst 
  • 13.08.1990 Neurologin -> Verlängerung Wartezeit von ca 1h -> Termine im September
  • 04.09.1990 10.00 Neurologin
  • 07.09.1990 11.15 Termin Neurologin
  • 17.09.1990 10.00 Neurologin; schon um 9.30 dran
  • 20.09.1990 11.00 Termin Neurologin  -> ca. 12.00
Das waren also meine Erlebnisse zum ersten Schub im Jahr 1990. Am Ende bin ich mit der Neurologin - aufgrund der negativ beschiedenen Diagnostik - dahin gehend verblieben, dass es wohl eine heftige Migräne mit großen Auren sei.
Nunja, im Prinzip habe ich mein ganzes Leben mit dem Thema Nerven, Kopf und Körper eine Irritation der gesundheitlichen Art, davon mag eine andere Geschichte erzählen.

Und nun ein kurzer Vorschau auf Teil 2 von Multiple Sklerose annehmen:
  • 21.06.2017 MS-Ambulanz Sana Offenbach [Anm.: ich bekomme offiziell die Diagnose Multiple Sklerose]

Dienstag, 20. Oktober 2020

Samira berichtet von 2,5 Jahren Coimbra-Protokoll

Header-Spruch

 Bis heute 20.10.2020 war dieser Spruch im Header:

Sie sind nie zu alt, um sich ein anderes Ziel zu setzen oder einen neuen Traum zu träumen. - C.S. Lewis

Update:

Bis 27.10.2020 war dieser Spruch im Header:

 


Sonntag, 11. Oktober 2020

Gehhilfe oder Laufen

Eine Woche konnte ich nicht laufen, weil ich mich nicht um das Stressmanagement meiner Therapie gekümmert hatte. Lud mir selbst im Hobby noch mehr Stress ins Leben. Aber die Therapie funktioniert. Hab für eine Woche das Vitamin D erhöht und kann nun wieder laufen. Gut ist zwar noch anders, aber es wird. Bin heute eine kleine Runde getrottet. Die Gehhilfen können weggeräumt werden. 


Samstag, 10. Oktober 2020

Twitter-Episode abgeschlossen

Schon komisch. Drei Tage - seit Mittwoch dieser Woche - feierte ich meinen Twitter-Abschied. Es haben leider nicht alle mitbekommen, dass ich es ernst meinte. Es ist auch sehr traurig, dass es Twitter sehr ernst meint, heißt, nach dem Deaktivieren (ich tat es heute um 12:01) ist definitiv alles weg - Tweets, Follower alles weg. Es ist kein Auf-Eis-Legen, es ist endgültig. Eine Rückkehr würde einen absoluten Neuanfang bedeuten. 





Ich hatte 11 Jahre Spaß auf Twitter. Gegen Ende leider weniger. Es wurde eher suchtartig. Konnte es nicht lassen. Es schenkte keine Freizeit, sondern es stahl mir Zeit. Und Positives nahm ich auch noch kaum wahr, sah nur noch die Beeinträchtigungen: rechte Polizisten, die Welt vor dem Abgrund (Fridays for Future, die darauf hinweisen), Frauen, die ihren Job verlieren, wenn sie sagen, dass es nur zwei Geschlechter gibt und Lesben, die bedrängt werden, einen "female Dick" (weiblichen Schwanz) zu akzeptieren. (Ich akzeptiere einen "weiblichen" Schwanz nur bei Katze, Hund, Ratte, Taube, Rabe ... ihr seht das Bild.) 

Ich mutierte zur "Retterin der Welt", die ich nicht sein konnte. (Vielleicht leide ich doch mehr an einem Helferinnen-Syndrom als ich es wahrhaben wollte.) Die Multiple Sklerose zeigte mir, wo der Hammer hängt: eine Woche konnte ich nicht richtig laufen, ich bin immer noch im Schub. Nur die Reduzierung meines Stressaufkommens wird hier wieder zur körperlichen Normalität führen. Wenn ich Glück habe, bleibt kaum etwas zurück. Wenn ich Pech habe hoffentlich nur ein bisschen.

Jetzt bleibt nur noch die Erinnerung. Denn Tweets halten nicht für ewig. 


Ein Strichpunkt zögert das ungewisse Ende hinaus, ein Doppelpunkt zeigt Positionen auf, ein Punkt verbindet Zusammengehöriges… Ein Schlußpunkt ist die Chance für einen Neubeginn.

© Peter Sereinigg

(*1955), österreichischer Unternehmensberater und Lehrender an Hochschulen
Quelle: aphorismen.de