Warten vor dem Filmereignis
Ich bin im Mal Seh'n-Kino und trinke ein großes Glas Rotwein. Fast zu groß und gefällig für meinen Geschmack. Aber so ist die Lokalität: gemütlich und nicht überteuert.
Ich weiß, dass ich auch zu meinen Single-Zeiten hier im Kino war. Vor 100 Jahren. Vor Ewigkeiten.
In knapp einer Stunde geht es los. Wie voll es werden wird, wird sich zeigen.
Carol: die Rezensionen überschlagen sich in positiver Kritik. Carol sei ein Oscar-Anwärter. Carol, der 10 Jahre auf die Fertigstellung des Filmes warten musste. Carol, der Film, dessen Buch vor über 60 Jahren für die Homos, Männer wie Frauen, Leben bedeutete. Alles ist anders. Bemerkenswert war die FAZ-Rezi, die Carol als die Verführerin, die Jägerin beschreibt. Alles geschieht mit Absicht bei ihr. Das arme und viel jüngere Haserl, Therese, hat gar keine Chance gegen sie.
Was die Blicke und die Stimmung in der Carol-Verfilmung angeht, so erinnerten mich die Ausschnitte auf Youtube ganz stark an Entre Nous, der ja leider ohne die Erfüllung durch Sex auskommen muss, aber deshalb erst recht so schön anzusehen ist. Sublimation. Und die Blicke und das Sich-Aneinander-Anlehnen sprechen tausend Bände. Die Stimme der Tochter (Regisseurin) aus dem Off tut der Fantasie ein übriges: die beiden Frauen lebten natürlich zusammen. Es ist kein wirklicher Lesbenfilm, aber äußerst sehenswert für mich als Lesbe.
Was Carol angeht, habe ich nun das Hörbuch auf CD gebrannt, damit ich damit einschlafen kann. Die Stimme der britischen Sprecherin gefällt mir besser als die amerikanische, obwohl Carol doch in den USA spielt. Ostküste, New York, da ist der amerikanische Slang Zuhause.
Es kommen viele Filmgäste. Ich muss den Wein bald geschafft haben. Es wird, es ist Viertel vor 9.
Getwittert zu diesem Filmereignis
Das Publikum reichert sich lesbisch an.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Ich gehöre nicht zu den Bier-trinkenden Lesben.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
DiFrau gestern hatte recht, es wird VOLL.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Ich tippe zu schnell. Da hat der Wortvorschlag KEINE Chance.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Ich grüße meine Frau. Film ist nicht ganz ihr Genre. Zuwenig Explosionen. (Hätte ich auch gerne. Aber frau nimmt, was kommt.)
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Woah, da kennen sich welche! Ich Uralt-Lesbe hab noch keine Bekannte entdeckt.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Vielen Dank, dass ihr dabei seid. Die Heteros hier machen mir Angst.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Keine Lust mehr auf sitzen.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Ansprüche: ich will keine Raucherin oder Mann neben mir sitzen haben.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Jetzt noch keine große Person... jetzt sitzt Mann neben mir. DAS macht keinen Spaß. :-(
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Okay. Der Film geht gleich los. Ich versuche, den Typen auszublenden.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Und Tschüss.#twittoff
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Kino hat den Nachteil, dass Publikum dabei ist.
Warum Leute beim Film quatschen müssen, erschließt sich mir nicht.
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Carol, der Film ist malerisch. Und wirkt Zuhause auf DVD NNwahrscheinlich verstärkt. Wann ist der Erscheinungstermin?
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
Was ist nun besser? Buch oder Film?
Rate mal. :-)
— Ähm... ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (@NurGedanken) 16. Dezember 2015
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